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Ein Bayer wirbelt in Seehausen

Das Gutshaus Seehausen wird von zwei Berliner Unternehmern zu einer Seniorenwohnanlage ausgebaut. Im Juni sollen die ersten Mieter einziehen. [KT_CREDIT] FOTOs (2): Oliver Spitza
Das Gutshaus Seehausen wird von zwei Berliner Unternehmern zu einer Seniorenwohnanlage ausgebaut. Im Juni sollen die ersten Mieter einziehen. [KT_CREDIT] FOTOs (2): Oliver Spitza

„Ich komme sofort“, ertönt eine Stimme aus dem Keller, kurz danach steht Klaus Hollacher in Arbeitsmontur vor dem Besucher. Der 51-jährige Diplomkaufmann ist seit zwei Jahren jedes Wochenende „Bauarbeiter“. Und hat den Spaß und die Freude an diesem Mammutprojekt noch nicht verloren. Zumal die Arbeiten auf der Zielgeraden sind.

Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Paul Lohberger baut der gebürtige Bayer, der aber schon seit 20 Jahren in Berlin lebt, das ehemalige Gutshaus in Seehausen um. Irgendwann um 1870 ist das gewaltige Haus errichtet worden, genaue Unterlagen hat Klaus Hollacher noch nicht gefunden. Es war Gutshaus, Flüchtlingsunterkunft, Schule und Kindergarten, Wohnhaus und Gemeinderaum. Dann wollte sich die Gemeinde von dem stark sanierungsbedürftigen Gebäude trennen. „Paul war nach der Wende Geschäftsführer einer ABM-Gesellschaft in Gramzow, oft waren wir hier segeln und haben die Landschaft entdeckt. Und da haben wir im September 2009 das Gutshaus gekauft.“

Seitdem haben die beiden selbstständigen Berliner Unternehmer eine Lebensaufgabe gefunden: Sie bauen das 27 mal 13 Meter große Haus zu einer Seniorenwohngemeinschaft aus. Und irgendwo soll auch eine schöne Ferienwohnung für die beiden Bauherren eingerichtet werden, Platz ist ja mehr als genug. Nachdem alle Genehmigungen vorlagen, begann 2011 der Bau. „Das Gebäude wurde vollständig entkernt, auch der Dachstuhl musste komplett raus“, erzählt Klaus Hollacher. Und ist noch heute von den Dimensionen überrascht. „Wir haben auch in Berlin schon aus- und umgebaut, aber das hier ist eine ganz andere Nummer“, so der Bauherr, der ein paar Zahlen nennt: 28 Tonnen neuer Putz wurden angebracht, allein sieben Tonnen Estrich geschüttet. Im Erdgeschoss sind sieben große, helle Einzelapartments mit Bad entstanden, jedes circa 24 Quadratmeter groß. Dazu ein Wohn- und Essbereich mit Küche und einem wunderbaren Wintergarten nach Süden raus. Alles barrierefrei. Sogar echtes Parkett wurde verlegt. „Wir haben Spaß am Bauen und haben alles so gemacht, wie es uns auch gefallen würde“, sagt Klaus Hollacher. Im Juni könnten die ersten Bewohner einziehen. „Wir vermieten an ältere Bürger. Alles ist absolut altersgerecht konzipiert und ausgebaut.“

Das Dachgeschoss wird gerade in einem zweiten Bauabschnitt ausgebaut, Ein- oder Zwei-Raum-Wohnungen entstehen hier, Mieterwünsche können noch berücksichtigt werden. Insgesamt 600 Quadratmeter Wohnfläche auf zwei Etagen. Und natürlich ist die obere Etage per Fahrstuhl erreichbar. Der ehemalige Gutspark, 9000 Quadratmeter groß, soll öffentlich bleiben, meint Klaus Hollacher. Aber den künftigen Mietern wird auch Gartenland bereitgestellt, falls sie sich betätigen wollen. Zum Glück stand das Gusthaus Seehausen nicht unter Denkmalschutz, so konnten eine große Gaube ein- und eine Terasse angebaut werden, von der man einen herrlichen Blick über den Uckersee und das Dorf hat. Am Sonnabend, dem 20. April, laden die beiden Bauherren nun zum Tag der offenen Tür in das Gutshaus Seehausen ein. Von
11 bis 14 Uhr kann man sich anschauen, was aus dem Haus in den letzten beiden Jahren geworden ist. Und wer weiß, vielleicht entscheidet sich ja mancher Besucher für den Umzug in das wunderschöne Haus. Er dürfte es nicht bereuen.
 

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