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Eine Königin – geboren in Prenzlau

Welche Stadt kann schon von sich behaupten, Geburtsort einer Königin zu sein. Prenzlau – in der uckermärkischen Kreisstadt stand die Wiege von Friederike Luise (1751 - 1805), Prinzessin von Hessen-Darmstadt, die 18-jährig mit Friedrich Wilhelm II. vermählt wurde.
Als Tochter dieser Stadt, die später Mutter von Friedrich Wilhelm III. und später Großmutter mehrerer europäischer Könige und Königinnen sowie des Deutschen Kaisers und einer russischen Kaiserin war, sollte an sie auch erinnert werden.
Darin sind sich Cäcilia Genschow und Kathrin Frey mit vielen Historikern einig. Die beiden Museologinnen freuen sich, am 12. Mai, dem Internationalen Museumstag endlich ein Versprechen einlösen zu können. Im Dominikanerkloster wird in der ersten Etage, gleich neben dem Philipp-Hackert-Zimmer, ein Raum zu Ehren von Friederike Luise eröffnet. „Bis heute gibt es in Prenzlau keinen Ort, der an sie erinnert. Das Geburtshaus steht nicht mehr; und ich weiß auch keine Tafel, in der auf sie hingewiesen wird“, erläutert Kathrin Frey. Dabei stand diese Frau blauen Geblüts schon einmal im Fokus einer Ausstellung. „Mut & Anmut. Frauen in Brandenburg-Preußen…“ titelte das Themenjahr der Kulturlandkampagne 2010, an der sich auch das Dominikanerkloster beteiligte. Die damalige Präsentation ist nicht einfach eins zu eins übertragen worden. Die Tafeln mit den Gemälden, Skizzen und Zeichnungen beschäftigen sich vor allem mit dem Leben der Familie von Friedrike Luise in Prenzlau. So zeugt beispielsweise eine Urkunde von der Ehrerbietung des Prenzlauer Magistrats zur Taufe am 28. November 1751 im Rathaus, die die Fürstenfamilie zu Hessen-Darmstadt und „die Durchlauchtigste Erbprinzeßin … gesund und vergnügt in Prenzlau begingen“.
Der Vater, Landgraf Ludwig IX., war Kommandeur des 12. Brandenburgischen Infanterieregiments, das in Prenzlau in Garnison lag. Als der Siebenjährige Krieg ausbrach, quittierte er 1757 auf Drängen seines Vaters den Dienst. Seine Frau Henriette Caroline zog mit den fünf Kindern Ende 1756 nach Berlin. Damit begann auch für ihre Zweitgeborene, Friederike Luise, ein neuer Abschnitt…
Die „Burgfreiheit“ – ein stattliches Bürgerhaus, in dem die Regimentsinhaber wohnten – steht nicht mehr. Doch wer mehr über das Leben in der Garnisonsstadt erfahren möchte oder über das Schicksal von Friedrike Luise, deren Ehe von den Seitensprüngen des Königs überschattet war, sollte sich im neuen „Gemach“ im Dominikanerkloster umschauen,wo es überall in Preußischblau strahlt.
Zur Einstimmung beginnt die Vernissage am Sonntag um 11 Uhr mit einer musikalisch-literarischen Fantasie „Liebesfreud & Liebesleid am preußischen Königshof“.
 

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