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von Martin E. Kruppa
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Für manche ist er der „Don Quijote der Uckermark“, für andere jedoch ein überzeugter Kämpfer, der hier einen Platz gefunden hat, an dem er sich seit über 20 Jahren für den Erhalt eines großen Kulturdenkmals einsetzt.
„Eigentlich habe ich ja niemanden eingeladen“, betont Professor Hans-Joachim Mengel nach dem Konzert am Freitagabend. Er ist ein unscheinbar wirkender Mann mit zwei Doktortiteln, den man häufig mit Strohhut und altem Jackett antrifft. Im Schlosshof in Wartin schenkte er persönlich den Besuchern seine selbstgemachte Erdbeerbowle ein. Nur als die Gläser knapp wurden, sorgten ein paar seiner engeren Freunde und Gäste für Nachschub. „Ich danke allen, die dennoch gekommen sind und mit denen ich in den vergangenen 20 Jahren zusammengearbeitet habe“, erhob er sein Glas.
Dann übernahm Hartmut Dorgerloh das Wort und mahnte ihn, nach den vielen Ansprachen und Begrüßungen des Abends etwas zur Ruhe zu kommen. Um nicht auf seinen Geburtstag anzustoßen, der erst am folgenden Tag anstand, sollte er mit seinen Gästen „den letzten Tag seines 65. Lebensjahres“ feiern und auf das bald hinter ihm liegende Jahr anstoßen.
Seit zehn Jahren ist Hartmut Dorgerloh der Chef der Schlösserstiftung in Potsdam und damit „professioneller Schlossherr“ von über 30Schlössern und 800 ha Garten. Zudem ist er ein guter Freund von Professor Mengel und Professor Elworthy geworden, die das Schloss Wartin mit viel Kraft und Liebe restaurieren. Er erzählt von seiner ersten Begegnung mit den beiden Schlossherren: „Ich war nach der Wende im Kulturministerium in Potsdam für den Denkmalschutz zuständig“, begann der 50-Jährige. „Eines Tages tauchten zwei Verrückte auf. Die sagten, sie wollten irgendwo so ein altes Schloss in der Uckermark sanieren und eine Europäische Akademie hinein bringen. Da schaute ich die beiden etwas skeptisch an. Charles Elworthy stand da in kurzen Hosen und mit Tropenhelm. Ich dachte bei mir, das schaffen die nie! Aber wir gaben erst einmal das Geld für die Instandsetzung des Daches. Das war in jedem Fall gut für das Schloss.“
Schnell wurde er damals überzeugt, dass die beiden mit ihrem Engagement und den hoch gesteckten Zielen viel erreichen konnten, so dass er das Projekt länger begleitete. „Schließlich ist irgendwann auch eine persönliche Freundschaft daraus geworden. Aus der Frage einer längerfristigen Finanzierung ist dann die Stiftung entstanden, in der ich jetzt im Kuratorium sitze.“
Viele Jahre machte sich Prof. Hans-Joachim Mengel einen Namen als Windkraftgegner. Er kämpfte dafür, das uckermärkische Landschaftsbild zu erhalten. Nun, da ihm der Buddhismus nahegebracht wurde, findet er Ruhe und Gelassenheit, das unvermeidliche zu akzeptieren, wie er sagt. Sowohl im Schloss, als auch in den weitläufigen Park- und Gartenanlagen finden sich überall Zeichen seines neuen Glaubens. Das Ziel, einen Ort des Nachdenkens und der Begegnung im Stile der angelsächsischen Colleges zu schaffen hat er sichtlich erreicht. Der schöne Garten vermittelt ein Gefühl der Abgeschiedenheit, in der man sich gerne zum Lesen und Lernen niederlässt. Beim Spaziergang durch den Park bekommt man schnell den Wunsch, sich noch länger aufzuhalten.
Als er das Schloss Wartin an die Windindustrie zu verlieren schien, kaufte der Professor sich das Schloss in Kraatz, das ihm damals zu günstigen Konditionen angeboten wurde. „Wenn ich hier nicht mehr gebraucht werde, ziehe ich mich dort nach Kraatz zurück, um meine Bücher zu schreiben“, erklärt er. „Es ist furchtbar anstrengend, um die Finanzierung der Sanierung dieses Denkmals der Uckermark zu kämpfen, aber ich mache es mit Freuden.“
Auch wenn er den Kampf gegen die „Windmühlen“ verloren hat, schaffte er es mit seinem damaligen Partner Prof. Charles Elworthy, entgegen aller Vorurteile bei der Rettung des Schlosses Wartin einen klaren Sieg davon zu tragen.
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