Sa. 02. Juni 2012
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Kommunen von Oliver Spitza

Feuerwehr und Firma

Prenzlaus Bürgermeister Hendrik Sommer bedankt sich bei den Chefs von Unternehmen, die Kameraden beschäftigen und Verständnis für deren Einsätze zeigen.

Robert Döring (links) von der Firma Enertrag nahm die Dankeschön-Urkunde von Bürgermeister Hendrik Sommer entgegen.
Robert Döring (links) von der Firma Enertrag nahm die Dankeschön-Urkunde von Bürgermeister Hendrik Sommer entgegen.
Foto: Oliver Spitza
Prenzlau (os)  

„Ich zolle unseren Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Prenzlau größten Respekt. Denn ehrenamtlich aktiv zu sein, ist immer etwas Wertvolles. Aber in seinem Ehrenamt auch das eigene Leben aufs Spiel zu setzen, vollen Einsatz zu zeigen und für andere Menschen da zu sein – das ist etwas Außergewöhnliches“, sagte Bürgermeister Hendrik Sommer am Donnerstagabend im Feuerwehrdepot.
Diesmal standen aber nicht die Feuerwehrleute im Fokus des Abends, sondern deren Chefs. Denn Unternehmen, die Feuerwehrleute beschäftigen, müssen in entscheidenden Momenten auf Arbeitskräfte verzichten, damit diese Brände löschen oder Unfallopfer bergen können. „Das ist beileibe keine Selbstverständlichkeit, darauf muss man sich bewusst einlassen, damit muss gerechnet werden“, so Sommer.
43 Unternehmen und Behörden beschäftigen Feuerwehrleute aus Prenzlau und den Ortsteilen, acht waren der Einladung gefolgt: Landkreis und UVG, Stadtwerke, Enertrag, Medizinische Schule Uckermark e.V., Agrargenossenschaft Uckermark Agrar eG Göritz, das Eiswerk und das Unternehmen Koppermann. Bei der „MEFA“ ist es zum Beispiel Hausmeister Marian Kersten, der Hammer und Schraubenzieher fallen lässt, wenn der Feuerwehrpieper ruft. Beim Göritzer Agrarunternehmen sind es gleich sechs Kameraden, die für die Prenzlauer Wehr ausrücken. Hinzu kommen weitere, die zu den Wehren des Amtes Brüssow gehören.
Jedes Unternehmen erhielt aus den Händen des Bürgermeisters eine Urkunde, dazu noch einen Gutschein für eine Tageskarte zur Landesgartenschau. Und der Rathauschef lud die Gäste zu den nächsten Höhepunkten ein: Prenzlauer Feuerwehrfest am 9. Juni in Güstow, 100 Jahre Feuerwehr Klinkow am 25. August sowie der „Tag der Retter“ am 1. September auf dem Depotgelände.
Im letzten Jahr rückten die Prenzlauer Wehren zu 140 Einsätzen aus. Dabei wurden von den 153 Frauen und Männern 3494 Stunden geleistet. 30 Einsätze waren Brände, 72technische Hilfeleistungen. 38 Mal handelte es sich um einen Fehlalarm. Es waren im letzten Jahr 11 Wasser- und Sturmschäden zu beseitigen, sechs Menschen wurden aus Notlagen befreit. Zu 24 Verkehrsunfällen rückten die Wehren aus, 27 Personen wurden aus gefährlichen Situationen gerettet, sieben Personen konnten nur noch tot geborgen werden.
Wolfgang Drewlo, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, mahnte, dass die Ausbildung der Kameraden elementar wichtig sei. Die Lehrgänge würden am Wochenende stattfinden und die Kameraden dafür ihre Freizeit opfern. Mehrtägige Ausbildungen würden aber in Eisenhüttenstadt stattfinden, die Kameraden müssten dafür meist Urlaub nehmen. „Bis 2020 werden wir aufgrund der demografischen Entwicklung ein Drittel der aktiven Kameraden verlieren. Auf die restlichen kommt damit doppelte Arbeit zu.“

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