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Für alle Besitzer, die lieber auf Nummer sicher gehen

Marianne Brauer ist ein gebranntes Kind. Sie ließ gestern bei Mario Baumgardt ihr neues Fahrrad codieren.
Marianne Brauer ist ein gebranntes Kind. Sie ließ gestern bei Mario Baumgardt ihr neues Fahrrad codieren.

Marianne Brauer hat schon einmal ein Fahrrad eingebüßt. Die Prenzlauerin weiß also, wie „bedeppert“ man guckt, wenn man zum Ständer zurückkommt und einen statt des geliebten Drahtesels nur gähnende Leere empfängt.
„Ich hab‘ das durch“, verriet die Seniorin gestern im Gespräch mit dem Uckermark Kurier. Das sei allerdings schon zu DDR-Zeiten gewesen, als sich das Diebstahlsgeschehen eigentlich noch in Grenzen hielt. „Aber seitdem bin ich vorsichtig und nehme jede Gelegenheit wahr, mein Eigentum zu schützen. Man darf nicht leichtsinnig werden.“ Ihr Weg hatte sie am Dienstag deshalb auch zu Marktkauf geführt, wo die Prenzlauer Polizei eine Fahrradcodieraktion anbot.
Hier musste sich Marianne Brauer allerdings etwas gedulden, denn der Andrang war groß. Das lag neben dem Einkaufsgeschehen im Warenhaus sicher auch daran, dass die „Lebensschule Uckermark“ im gegenüberliegenden Foyer eine vorherige Reinigung der Drahtesel anbot. Die Mädchen und Jungen von der dortigen Schülerfirma „Die helfende Hand“ kümmerten sich von 9 bis 12 Uhr auf Wunsch um die mitgebrachten Räder. Harald Mehl von der Präventionsabteilung der Polizei stellte heraus, dass es mit der Schule seit Jahren eine enge Zusammenarbeit gebe und man deshalb bereitwillig bei der Aktion zugesagt habe.
Polizist Mario Baumgardt setzte, nachdem die Räder blankpoliert worden waren, dann die 15-stelligen Codes auf die Rahmen.
Die Prenzlauer Beamten bedienen sich seit Kurzem eines moderen Markiergerätes, das besser zu händeln ist als sein Vorgänger, die Codiermaschine. Computergesteuert wird hier eine Buchstaben-Zahlen-Kombination eingehämmert, anhand derer schnell die Besitzverhältnisse zu klären sind. Soll heißen: Trifft eine Polizeistreife einen Radler, haben die Beamten das Recht, einen Blick auf die Codierung zu werfen. Diese gibt Aufschluss über den Wohnort und die Straße des Besitzers sowie die Anfangsbuchstaben von Vor- und Zunamen.
Gibt es dabei Abweichungen, dann muss derjenige, der das Rad führt, diese schlüssig erklären. Kann er das nicht, wird das als Anfangsverdacht gewertet, dem nachgegangen wird. Dies wüssten natürlich auch potenzielle Diebe, erklärt Mehl. Und dieses Risiko sei ihnen dann zu groß. Codierte Räder ließen sich schwer verkaufen. „Also lassen sie die Finger davon.“ Das hofft auch Marianne Brauer, die wenig später mit ihrem frisch codierten Drahtesel nach Hause radelte.

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