Fr. 15. Juni 2012
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Freizeit von Claudia Marsal

Für einen kurzen Moment wieder wie 18 gefühlt…

Unlängst haben wieder Hunderte Schüler über ihrem Abitur geschwitzt. Bei Gudrun Haffer liegt das 50 Jahre zurück, aber sie erinnert sich noch gern.

Die pensionierte Lehrerin Gudrun Haffer (rechts) erinnert sich noch gern an ihre Abitur-Zeit. 50 Jahre nach ihrem Abschluss an der Prenzlauer EOS traf die 68-Jährige jetzt 30 ehemalige Klassenkameraden wieder.  FOTO: Leser
Die pensionierte Lehrerin Gudrun Haffer (rechts) erinnert sich noch gern an ihre Abitur-Zeit. 50 Jahre nach ihrem Abschluss an der Prenzlauer EOS traf die 68-Jährige jetzt 30 ehemalige Klassenkameraden wieder. FOTO: Leser
Prenzlau (cm)  

Wenn Gudrun Haffer an ihre Abiturzeit zurückdenkt, dann fällt ihr zuallererst ihr Klassenleiter ein.
Dr. Dr. Karl-Friedrich Hecht, heute 86 Jahre alt, war damals gerade als blutjunger Lehrer an die Prenzlauer EOS gekommen. „Und er hatte uns sofort auf seiner Seite“, erinnert sich die 68-Jährige.
Mit seiner netten, jugendlichen Art habe er es stets verstanden, sie zum Lernen zu motivieren. „Wir mochten ihn total, obwohl er auch streng sein konnte“, setzt Gudrun Haffer hinzu.
Als sie sich vor Monaten gemeinsam mit ihrer ehemaligen Klassenkameradin Renate Freese an die Organisation des „Goldenen Abiturs“ machte, war deshalb klar, dass sie unbedingt versuchen wollten, den Pädagogen trotz seines hohen Alters zum Kommen zu bewegen. „Ohne ihn wäre das Wiedersehen nur halb so schön gewesen“, ist die Prenzlauerin überzeugt. Umso erfreuter sei man gewesen, dass der alte Lehrer dann auch tatsächlich vor der Tür stand, als sich die Goldenen Abiturienten dieser Tage nun in Prenzlau trafen. „Er hat es sich auch nicht nehmen lassen, jedem von uns nochmal sein Zeugnis von damals zu übergeben. Als ich an die Reihe kam, war ich echt total gerührt und habe mich für einen kurzen Moment wieder wie 18 gefühlt“, gesteht Gundrun Haffer ein. Aber so sei es eigentlich ihnen allen den ganzen Wiedersehenstag lang ergangen. „Wir haben sofort munter drauflos geplaudert, so als ob wir eben erst die Schule verlassen hätten“, setzt sie bewegt hinzu. Jeder habe erzählen wollen, wohin ihn das Leben verschlagen hat. „Es gab die unterschiedlichsten Werdegänge“, berichtet Gudrun Haffer. Aus den beiden Klassen, also dem sprachorientierten und dem naturwissenschaftlichen Zweig, seien viele Lehrer, einige Ärzte, Handwerker, Angestellte und anderes mehr hervorgegangen. „Auch verstreut hat es uns in alle Welt“, sagt Gudrun Haffer, die wie einige aus ihrer Klasse in Prenzlau geblieben war. Die Pensionärin war selbst übrigens Pädagogin geworden, weil ihr das anfangs begonnene Mathematik-Studium dann doch zu trocken war, und „weil ich in meinem damaligen Klassenleiter immer ein gutes Vorbild hatte.“

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