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Geiger zieht immer mit

„Der blaue Geiger“ von Marc Chagall begleitet Frank Habelt schon seit seiner ersten Dienststelle in Schwedt. Nun hängt der Druck auch im neuen Büro des erfahrenen Pädagogen. [KT_CREDIT] FOTO: M. Strehlow
„Der blaue Geiger“ von Marc Chagall begleitet Frank Habelt schon seit seiner ersten Dienststelle in Schwedt. Nun hängt der Druck auch im neuen Büro des erfahrenen Pädagogen. [KT_CREDIT] FOTO: M. Strehlow

VonMonika Strehlow

Den Wechsel vom Staatlichen Schulamt Eberswalde nach Prenzlau bereut Frank Habelt nicht. Als neuer Leiter des Oberstufenzentrums hat er viele Ideen parat.

Uckermark.„Der blaue Geiger“ begleitet Frank Habelt seit den ersten Schwedter Dienstjahren vor mehr als drei Jahrzehnten. Entsprechend verblasst ist der Druck des berühmten Bildes von Marc Chagall, der 1947 in „Le Violoniste Bleu“ Kindheitserinnerungen seiner Heimat Witebsk mit Motiven aus Paris verwob. Chagalls Geige spielender Onkel soll ihn dazu inspiriert haben, heißt es.
Frank Habelt sieht sich nicht als Profimusiker. Gleichwohl hatte der Schulleiter des Oberstufenzentrums Uckermark als Kind Geige spielen gelernt. „Vor der Wende unterrichtete ich auch mal vertretungsweise Musik. Das ist aber ewig her“, lächelt er. Dennoch liebt er Musik, gehört seit Langem zu den Angermünder Stadtsängern. Auch darum hängt er an dem Bild, das nun auch sein neues Büro schmückt.
Nach über zehn Jahren im Staatlichen Schulamt Eberswalde übernahm der Schulrat im Februar 2013 die Leitung des Oberstufenzentrums. Der Uckermark Kurier berichtete. „Das habe ich nicht bereut“, gesteht er fast erleichtert. „Ich wusste, was mich erwartet, kenne die Entwicklung und Probleme hier aus anderer Sicht.“ Und der morgendliche Ablauf sei ähnlich wie in Eberswalde, verrät er: Fenster auf, PC an und die Kollegen begrüßen. Habelt hat es sich zum Ziel gemacht, alle 52 Mitarbeiter an den OSZ-Standorten in Prenzlau, Templin und Schwedt persönlich kennenzulernen. So steckt er in Schwedt schon mitten in den Gesprächen mit jedem einzelnen. Es geht um die Arbeitssituation, die Zusammenarbeit mit Kollegen und Schulleitung, auch um Wünsche und Unterstützungsbedarf. Nach den Sommerferien wird er die persönlichen Runden in Prenzlau und Templin fortsetzen.
„Mein erster Eindruck bei der Ankunft war: Hier herrscht eine sehr angenehme Arbeitsatmosphäre, die Leute sind alle engagiert. Trotzdem will ich auch Stimmungen und Tendenzen erfassen.“ Ihm reicht es nicht, die Qualität in den drei Abteilungen an zweifellos engagierten Projekten festzumachen. Besonders schwärmt Habelt vom „Theater mit Musik“, das in Templin Tradition hat und deren jüngste Aufführung er miterlebte. „Ich habe fast geheult, so beeindruckt war ich.“ In Schwedt zum Beispiel soll jetzt versucht werden, Sekundar-I-Klassen der Talsand- und der Dreiklang-Schule am OSZ zu unterrichten. So erfahren sie in„Wirtschaft, Arbeit, Technik“ zugleich etwas von den Berufen, die dort ausgebildet werden.
Vor Kurzem begann das OSZ mit einem Monitoring seiner Ausbildung. „Wir wollen Reserven finden, um die Schüler noch aktiver in die Ausbildung einzubinden“, erläutert der Schulleiter. Das wird noch Monate erfordern. Eine kurzfristige Herausforderung dagegen ist der 20. Gründungstag, den das OSZ mit seinen 1350 Schülern Ende September feiern will.

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m.strehlow@uckermarkkurier.de

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