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Grüne fordern Tiefenprüfung zu Nonnenhof

VonAndreas Segeth

Der Plan der Müritzfischer gehe weit über die ursprüngliche Ausflugs- gaststätte hinaus, meint Grünen-Sprecher Mantseris. Man sollte Alternativstand-
orte für das Projekt finden.

Neubrandenburg/Waren.Die Neubrandenburger Grünen mahnen eine sorgfältige Prüfung des sogenannten Fischerhofs in Nonnenhof vor der Schaffung von Baurecht an. Im Genehmigungsverfahren müsse unbedingt beachtet werden, dass es die ursprüngliche Gaststätte aus ökonomischen Gründen nicht mehr gebe. Das geplante Feriendorf in unmittelbarer Nachbarschaft zu Nonnenhof könne bisher auch als gescheitert betrachtet werden, erklärte Nicolas Mantseris, Sprecher des Ortsverbandes der Grünen, gegenüber dem Nordkurier.
Und letztlich gäben die 8000 Nutzer des Rethra-Schiffes jährlich keinen Anlass, von ausreichender Frequenz einer möglichen Gaststätte zu träumen. Bisher hielten sich die Investoren mit Zahlen bedeckt und böten keine Möglichkeiten, das Konzept wirtschaftlich und mit Blick auf Umweltwirkungen zu prüfen. So stehe zu befürchten, dass hier zu Lasten des Neubrandenburger Naturschutzgebietes eine neue Investruine geschaffen würde, so Mantseris.
Die Müritzfischer planen in Nonnenhof ein Konzept umzusetzen, das auf den Säulen Gastronomie, Fischfang, Fischverarbeitung, Tourismus sowie Umweltbildung beruht (wir berichteten). Neben einer Fischerrotunde als Bistro, wie sie bereits in Damerow und Boek existiert, soll am Kopfende des Schiffanlegers ein Bootshaus gebaut werden. Außerdem sind sechs Ferienwohnungen geplant. Auch der städtische Badestrand soll wieder hergerichtet werden, im Bootshaus ist ein Raum für Umweltbildung geplant.
Der Ortsverband der Grünen sei der Auffassung, dass neben dem geplanten Standort weitere Standorte geprüft werden sollten. Im Integrierten Regionalen Entwicklungskonzeptes werde die besondere Bedeutung des seit 1988 bestehenden europäischen Vogelschutzgebietes überhaupt nicht erwähnt. „Anstatt es zu hegen und auszubauen, soll es gerade an der Bornmühle und an Nonnenhof beschnitten werden“, so Mantseris. Auch die Grünen seien gern bereit, die Erlebbarkeit des südlichen Tollensesees im Hinblick auf die Naturschätze zu fördern. Das Projekt gehe allerdings weit über die im IREK vorgeschlagene und ursprüngliche Ausflugsgaststätte hinaus. Laut Ralf-Peter Hässelbarth vom Grünen-Kreisverband müsste das Vorhaben auch vorab von der Europäischen Union bewertet und genehmigt werden, weil hier in europäische Standards eines FFH-Gebietes eingegriffen werde.

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a.segeth@nordkurier.de

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