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Höhere Fahrpreise auch in der Uckermark

Wohin wird in Uckermark und Barnim die Reise des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg gehen, wollten am Montag in Prenzlau Politiker, Kommunen, Touristiker und Unternehmer wissen.  FOTOS (3): Monika Strehlow
Wohin wird in Uckermark und Barnim die Reise des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg gehen, wollten am Montag in Prenzlau Politiker, Kommunen, Touristiker und Unternehmer wissen. FOTOS (3): Monika Strehlow

Der kürzlich fertiggestellte Prenzlauer Bahnhof stand wie ein Leuchtturm auf der jüngsten Regionalkonferenz des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB), zu dem am Montag in die uckermärkische Kreisstadt eingeladen worden war. Denn neue Bahnsteige, Empfangshalle sowie P+R-Plätze stehen der Kreisstadt wie Deutscher Bahn und VBB gut zu Gesicht. So wurde extra für die Landesgartenschau eine zusätzliche Zugverbindung von und nach Berlin eingeführt.

Während das Millionen-Projekt für freudige Gesichter im Plenarsaal des Kreistages sorgte, wuchsen bei der Ankündigung von Fahrpreiserhöhungen des Geschäftsführers der VBB GmbH, Hans-Werner Franz, eher Sorgenfalten. Die um 2,8 Prozent höheren Preise begründete er mit den steigenden Lohn- und Energiekosten: „Wir müssen in dieser Entwicklung mitschwimmen.“ So werden die Einzelfahrten im Regeltarif der Stadtfahrten von Angermünde, Prenzlau, Schwedt und Templin ab 1. August um zehn Cent steigen. Für entsprechende Monatskarten werden statt 29,60 Euro dann 30,40 Euro fällig.
Die Anbindung von Bus- und Bahnverbindungen gehört aktuell zu den bewegendsten Themen überhaupt. 27 Prozent aller Uckermärker und Barnimer nutzen regelmäßig den Öffentlichen Personennahverkehr. Das ist nach Hans-Werner Franz ein sehr hoher Anteil. Den Busgesellschaften beider Landkreise bescheinigte er in diesem Zusammenhang „eine bemerkenswert gute Qualität“. Wie hoch der Bedarf an der Verknüpfung von Bahn und Schiene ist, zeigten VBB-Erhebungen im Winter 2012. Demnach hatte der Zustieg in Wilmersdorf stark zugenommen, nachdem Buslinien passend zu den Bahnzeiten eingetaktet wurden. Über 70 Prozent der „neuen“ Reisenden kommen aus dem Bereich Gerswalde.

Darüber hinaus bewegt der Streckenausbau die Gemüter. Die Qualität des Schienennetzes sei zwar verbessert worden, weise aber wesentliche Lücken auf, verwies Geschäftsführer Franz auf die Bahnstrecke Angermünde-Tantow-Stettin. Besonders zwischen Angermünde, Passow und Schönermark müssen Züge bremsen, was zu Zeitverlusten führe. Es sei schon eine mittlere Katastrophe, dass seit Juni 2012 kein Fernzug mehr dort rolle. Franz forderte von Land und Deutscher Bahn, mit der Planung zu beginnen, damit die Zweigleisigkeit kommt und Züge schneller fahren können. Das Argument sinkender Fahrgastzahlen zählt für ihn nicht. Nach der Einführung eines 10-Euro-Pauschaltickets stiegen die Fahrgastzahlen seit Sommer 2009 derart, dass manche Züge keinen Sitzplatz mehr bieten.

Streckenstilllegungen in Uckermark und Barnim seien beim VBB kein Thema, bekräftigte der Geschäftsführer. Doch um die Diskussion um wenig frequentierte Haltepunkte – der Uckermark Kurier berichtete – komme man nicht herum. Das Argument der Wirtschaftlichkeit ist dabei nicht von der Hand zu weisen. Dann allerdings muss der Anschluss an den ÖPNV gesichert werden.
 

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