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Ihr Körbchen birgt allerlei „Hexenkraut“

VonClaudia Marsal

Brennesseln regen den Stoffwechsel an, das weiß der Laie ja noch. Aber Wildkräuter können viel mehr bewirken.

Prenzlau.„Seit jeher hat mich der Spruch: ,Gegen alles ist ein Kraut gewachsen‘ fasziniert. Heute weiß ich, dass zwar nicht gegen alles, aber für vieles ein Kraut gewachsen ist.“ Die das sagt, muss es wissen, schließlich ist Nicole-Kristina David-Ulbrich zertifizierte Kräuterpädagogin sowie IHK-geprüfte Kräuter- und Gewürzfachkraft. Sie stutzen? Aber ja, diesen Abschluss kann man in Deutschland erwerben. Dabei fand sie Biologie früher öde, wie die junge Frau sagt. „Zierpflanzen daheim konnten bei mir nur überleben, wenn sie die schwankenden Umweltbedingungen von Dürre und Überschwemmung überstanden.“ Wie wunderbar seien da doch die Wildkräuter, die sich ausgesprochen eigenständig um ihr Überleben kümmerten. „Hierfür hervorragend ausgestattet bieten sie ganz nebenbei auch für den Menschen Nutzen. Nach und nach habe ich daher die Wildkräuter in meinen Alltag integriert.“
Der Begriff Wildkräuter, so die Fachfrau, rufe meist Neugier, vielleicht auch ein leichtes „Anschmecken“ hervor. „Wissen wir doch alle, dass Wildfleisch ein besonderer Leckerbissen ist – einer, der auch intensiv schmeckt“, sagt die Kräuterpädagogin, die zurzeit den Gästen der Prenzlauer LAGA beratend zur Seite steht.
„Genau so ist es mit den Wildkräutern. Sie schmecken intensiver. In ihnen sind mehr Inhaltsstoffe, sie sind widerstandsfähiger und wenn sie mal da sind, bekommt man sie kaum mehr weg. Weil Wildkräuter Unkräuter sind und erst zum Wildkraut werden, wenn man sie kennen gelernt, sie in ihren unterschiedlichen Anwendungsbereichen mal ausprobiert hat und sich von ihrer Überlebensfähigkeit faszinieren lässt…“
Keine Frage, die junge Frau ist in ihrem Element, wenn sie jemand nach Kräutern fragt. Die Berlinerin bietet zum Thema Wanderungen, Koch- und Backkurse, Vorträge und Workshops an. Möglich sind beispielsweise „Brassicaceae-Wanderungen“, bei der die Ursprünge vieler Kulturpflanzen in freier Wildbahn erforscht werden. Oder aber ein „Löwenzahn-Menue“, bei dem von frittierten Knospen bis hin zur Panna Taraxacum viele Leckereien auf den Tisch kommen. Wer es handfester mag, der kann sich auch über „Wildkräuter und die Verdauung“ informieren, also erfahren, warum es auf einmal wieder flutscht…

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