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Jetzt macht sich ein wütender Brautvater Luft

VonClaudia Marsal

Mit der Hochzeitskalesche direkt vors Standesamt fahren – das ist in der Regel der Plan. In Prenzlau vereiteln dicke Poller das Vorhaben.

Uckermark.Brautmutter Marlies Fischer aus Mittenwalde hat den Stein ins Rollen gebracht. Seit sie in der Prenzlauer Zeitung öffentlich beklagt hatte, dass die Hochzeitskalesche ihrer Tochter Stefanie im August nicht wie vorausgesetzt vors Prenzlauer Rathaus fahren kann, mehren sich die Beschwerden anderer Betroffener. Burkhard Dürre beispielsweise will am 29. Juni seine Tochter Lydia vor den Traualtar führen. „Und die war ganz entsetzt, als sie aus der Zeitung von dem Parkproblem erfahren hat“, ließ er beim Besuch der Redaktion wissen.
Zu dem Zeitpunkt, als die Eheschließung angemeldet wurde, war nämlich seiner Meinung nach noch keine Rede davon, dass der Rathausvorplatz dann wegen der Landesgartenschau (LAGA) gesperrt bleiben wird. „Hätten wir das geahnt, wäre unsere Wahl nicht auf Prenzlau als Trauort gefallen“, manifestierte der Penkuner.
Durch die LAGA sei zudem in der Umgebung alles so zugeparkt, dass es große Probleme machen werde, überhaupt Stellflächen für die Autos von Brautpaar und Gästen zu finden, befürchtet er. Diesen Fakt habe die Stadt nicht bedacht, setzte der Brautvater hinzu.
Da die meisten Paare jetzt aber schon Termine festgemacht hätten, sei es am Rathaus zu reagieren. Auch wenn aus der Pressestelle auf Nachfrage unserer Zeitung verlautete, dass man nicht erwäge, Ausnahmen zuzulassen, also die Poller für den Zeitpunkt von Trauungen umzulegen, forderte Dürre genau das.
Ein Bürgermeister sei für die Bürger da, und daher habe er ihre Sorgen auch ernst zu nehmen. Die gebührenpflichtige Sperrung eines entfernteren Platzes zu empfehlen, das hält er für einen Hohn. Zumal sich die Hochzeitsgesellschaft dann noch selbst um einen Baubetrieb kümmern müsse, der das Schild installiere.
Die Eheleute Sabine und Jens Meißner haben ihre Trauung bereits hinter sich und den Tag sehr genossen. Aber Brautmutter Christine Schulz räumte ein, dass die Sache mit dem Parken nervig war. Letztlich entschied man sich gegen einen Korso, spazierte stattdessen zu Fuß zur Gaststätte weiter. „Optimal war das nicht, aber wir haben es überstanden. Schöner wäre es natürlich gewesen, wenn alle geschlossen vorm Rathaus gestanden hätten.“

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c.marsal@uckermarkkurier.de

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