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Junge Mutter knapp an Haftstrafe vorbei

Knüppeldick kam es für eine junge Mutter vor dem Strafrichter. Zum wiederholten Male wurde sie erwischt, als sie im „Kaufland“ Kindersachen in der Tasche verstaute und ohne zu bezahlen durch den Kassenbereich wollte. Die Angeklagte zeigte sich reuig. „Was ich geklaut habe, kann ich nicht mehr sagen.“ Dafür ging der Richter die Liste der Artikel durch, vom Kinderbuch bis zum Kaugummi: summa summarum 22 Euro. „Kommt da noch mehr?“, wollte der Richter nicht ohne Grund wissen. „Ja, eine Tat steht noch aus“, sagte die Angeklagte. Mit einer Freundin habe sie Kosmetik gestohlen. „Das ist gefährlich“, meinte der Jurist: „Was wird aus ihren kleinen Kindern, wenn sie eine Haftstrafe verbüßen müssen?“ Und er erinnerte an die zahlreichen Vorstrafen vor allem wegen Diebstahls und Hausfriedensbruchs. Das letzte Urteil wurde zur Bewährung ausgesetzt, weil Geldstrafen keine Wirkung zeigten. „Wollen sie wirklich erst einziehen?“, fragte der Richter nach.

Nein, entgegnete die Angeklagte, ihre zwei Kinder wolle sie nicht hergeben. Sie habe wohl mit den falschen Leuten abgehangen, damit sei Schluss. Da die Tat noch vor der letzten Verurteilung lag, verhängte der Strafrichter nur eine viermonatige Freiheitsstrafe zu drei Jahren Bewährung. Dazu 120 Stunden gemeinnützige Arbeit und Betreuung durch einen Bewährungshelfer. „Das dickere Ende droht allerdings bei der nächsten Verhandlung“, mahnte der Richter. „Bei der geringsten Kleinigkeit droht das Absitzen der Strafe. Unter Tränen verließ die Frau den Gerichtssaal.

Die Worte des Richters schienen zu wirken. Bei der nächsten Verhandlung, sechs Monate später, konnte eine positive Sozialprognose gestellt werden. Die junge Frau hatte offenbar ihren straffreien Weg gefunden und wurde zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt.

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