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Kartoffeltag lockt Hobbygärtner

Klangvolle Namen wie „Adretta“ und „Linda“ gehörten seit Jahrzehnten zur Brandenburger Kartoffelproduktion. „Heute droht dem Anbau der beliebten Speiseknolle nur noch ein Schattendasein“, sagt Thomas Ebel vom Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg (VERN). Grund dafür sei der rapide gesunkene Verbrauch, der in den letzen 60Jahren um fast zwei Drittel abnahm. Gerade deshalb versuche der Verein das Interesse an der beliebten Knolle lebendig zu halten.
Zum traditionellen Kartoffeltag in der Greiffenberger Pfarrscheune am morgigen Sonnabend von 10 bis 16 Uhr können Hobbygärtner wieder Pflanzkartoffeln der nicht alltäglichen Art gegen eine Spende erwerben. Auch die seltene „Blue Salad Potato“ ist im Angebot. Wer historische Kartoffelsorten anbaut, trägt zudem zum Erhalt der genetischen Vielfalt direkt vor seiner Haustür bei. Nur wenn die vom Aussterben bedrohten Sorten auch in privaten Gärten angebaut und vermehrt werden, können die weltweit etwa 5000 bekannten Sorten erhalten werden.
„Bewahren durch Aufessen“, ist das Motto, schildert Ebel: „Seit Jahren haben wir mit Anbauversuchen den längst vergessenen Knollen wieder Leben eingehaucht.“ Heute verfüge der Verein über 100 Sorten, die im geschützten Anbau erhalten werden. Viele davon wie Bamberger Hörnchen, Heideniere und Nagler Kipfler sind zu Unrecht aus der Produktion genommen und verzeichnen eine zunehmende Renaissance.sta

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