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Kleine Forscher bei der Arbeit

Philipp (12) und Julia Rissmann (11) graben nach Fossilien. Die Geschwister fanden Korallen, Schnecken, Muscheln, Schwämme und sogar einen Zahn, bei dem aber niemand weiß, von welchem Tier er stammt.  Fotos (2): Leonie Mielke
Philipp (12) und Julia Rissmann (11) graben nach Fossilien. Die Geschwister fanden Korallen, Schnecken, Muscheln, Schwämme und sogar einen Zahn, bei dem aber niemand weiß, von welchem Tier er stammt. Fotos (2): Leonie Mielke

VonLeonie Mielke

Ball spielende Eiszeitmenschen und vegetarische Mammuts? Was es damit auf sich hat, erfahren Kinder im „Grünen Klassenzimmer“ im Naturerlebnis Uckermark.

Prenzlau.Philipp Rissmann (12) wiegt den gemaserten Klumpen in der Hand. Dann hält er ihn noch einmal direkt vor sein Gesicht und kneift ein Auge zusammen. Um was für ein Fossil könnte es sich handeln? Es scheint ihm noch nichts einzufallen. Er löst den Blick von dem Klumpen in seiner Hand und fragt Mandy Koch: „Ist das ein Teil von einem Tier oder einer Pflanze?“ Die Geologiestudentin,die die Station „Ausgrabungsstätte mit Fossilien“betreut, lacht und antwortet: „Das ist ein Tier.“Ein bisschen Hilfe muss eben erlaubt sein. Philipps Schwester Julia Rissmann (11) fällt es wie Schuppen von den Augen: „Eine Koralle. Das ist eine versteinerte Koralle“, ruft sie. Und hat mit dieser Antwort voll ins Schwarze getroffen.
Die Geschwister sind einige der vielen Kinder, die es am Freitag zu der Veranstaltung „Prenzlau, eine Stadt taut auf“ in das Naturerlebnis Uckermark zieht. Dort können sie an verschiedenen Stationen erfahren, wie es sich in der Eiszeit lebte.
Bei der Station „Mammutfütterung“ steht ein großes nachgebautes Mammut und die Kinder vor der Frage, was ein Mammut gefressen hat: Hähnchenkeulen, Bananen oder Moos? Gehörte die ausgestorbene Elefantenart zu den Fleisch- oder Pflanzenfressern? Wie Familienpark-Mitarbeiterin Madlen Wieselmann erklärt, seien die Mammuts waschechte Vegetarier gewesen: „Auf ihrem Speisezettel standen nur Grünfutter, Moos und Tannenzapfen.“ An der Station „Suchbild“ müssen aufgelistete Gegenstände auf einem Bild, das ein eiszeitliches Dorf zeigt, wiedergefunden werden. Der fünfjährige Tom Bruno Siebert hat dieses Spiel mehrmals gemacht und ist inzwischen völlig darüber im Bilde, dass die Menschen in der Eiszeit bereits Mahlsteine nutzten. „Aber mit Bällen konnten die Kinder noch nicht spielen“, erklärt er.
Das Naturerlebnis Uckermark beteiligt sich als Satellitenstandort an der Landesgartenschau 2013 Prenzlau und veranstaltet unter dem Motto „Das grüne Klassenzimmer“ verschiedene Aktionstage: Mehr als 500 Veranstaltungen sind für den Sommer geplant, die sich mit Geschichte, Natur und Klimaschutz beschäftigen. Der Park hat montags bis freitag von 9 bis 18Uhr geöffnet.

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l.mielke@nordkurier.de

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