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Landesvater besteigt den Potzlower „Thron“

Ministerpräsident Matthias Platzeck enthüllte gestern den Potzlower Riesensessel. Da er nicht alleine auf dem Kunstwerk Platz nehmen wollte, holte er sich Petra de la Barré an seine Seite. Da hatte auch Landrat Dietmar Schulze gut Lachen. [KT_CREDIT] FOTO: Oliver Spitza
Ministerpräsident Matthias Platzeck enthüllte gestern den Potzlower Riesensessel. Da er nicht alleine auf dem Kunstwerk Platz nehmen wollte, holte er sich Petra de la Barré an seine Seite. Da hatte auch Landrat Dietmar Schulze gut Lachen. [KT_CREDIT] FOTO: Oliver Spitza

VonOliver Spitza

Die Möbelmanufaktur de la Barré hat den größten Rattansessel der Welt gebaut. Das Superstück ziert nun den Mittelpunkt der Uckermark.

Potzlow.Möbel hat der
53-jährige Hartmut de la Barré in seinem langen Berufsleben schon viele entworfen und gebaut. Aber ein solcher Stuhl hat noch nie in der
27-jährigen Geschichte des Potzlower Unternehmens die Werkstatt verlassen – ein gewaltiger Rattansessel, ja fast schon ein Thron, 1,80 Meter hoch, je 1,20 Meter breit und tief. Und er ist unverkäuflich und wird stattdessen zukünftig den Mittelpunkt der Uckermark zieren, gegenüber der kleinen Möbelmanufaktur direkt am Fernradweg Berlin-Usedom. Und erster „Thronbesteiger“ war gestern Mittag kein Geringerer als Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), der auf seiner Uckermarkreise dem sogar international erfolgreichen Familienunternehmen einen Besuch abstattete. Alleine wollte der Landesvater aber dann doch nicht so weit oben sitzen und nahm Petra de la Barré mit an seine Seite.
„Eine tolle Idee. Und echtes Handwerk“, lobte Matthias Platzeck. Auf die französischen Wurzeln der Potzlower Korbmacher-Familie verweisend, scherzte der SPD-Mann: „Wenn die Hugenotten nicht in die Mark gekommen wären, säßen wir heute immer noch – ob mit oder ohne Besteck – um die Rübe rum.“ Doch nicht nur die märkische Speisekarte habe sich durch den Hugenotten-Zuzug im 17. und 18. Jahrhundert verändert, sondern die Neu-Märker brachten auch ihre Kunst, Kultur und ihr Handwerksgeschick mit.
Wie sitzt sich nun dieser Riesensessel, der Einzelstück wie Kunstobjekt zugleich ist? „Weich, wenn auch etwas groß“, sagt Hartmut de la Barré, der vor neun Jahren das vier Mitarbeiter zählende Unternehmen an seinen Sohn Marc (31) weitergegeben hat. Der Junior ist Korbmacher- und Tischlermeister und engagiert sich im Verein „Mittelpunkt der Uckermark“. Am 4. Mai wird der größte Weidenkorb der Region in Strehlow feierlich enthüllt, nun also der Sessel in Potzlow, der Touristen und Gäste in der Saison zum Verweilen und Staunen einladen soll. Das hölzerne Podest verfügt über Rollen, sodass das eigentlich witterungsbeständige Kunstwerk nachts in die Werkstatt gerollt werden kann. „Wir wollten eben etwas Besonderes schaffen, damit Potzlow seinem Beinamen Korbdorf gerecht wird“, sagt Hartmut de la Barré. Und dieses Kunststück ist ihm tatsächlich hervorragend gelungen. Größer wäre übrigens nicht machbar gewesen: „Mehr war nicht drin, das Naturrohr ist nicht länger, ich habe das schon maximal ausgereizt.“

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o.spitza@uckermarkkurier.de

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