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Mit privaten Erinnerungen gespicktes Geschichtswerk überzeugt Jury

Hans-Joachim Stahl, Beatrix Bluhm und Detlev von Heydebrand (von rechts) erhielten für ihre aus Zeitzeugengespächen und mit privaten Erinnerungen gespickte Darstellung der Geschichte des Schlosses Boitzenburg den Adolf-Stahr-Preis 2013. Bernhardt Rengert (links) und Jürgen Theil gratulieren.
Hans-Joachim Stahl, Beatrix Bluhm und Detlev von Heydebrand (von rechts) erhielten für ihre aus Zeitzeugengespächen und mit privaten Erinnerungen gespickte Darstellung der Geschichte des Schlosses Boitzenburg den Adolf-Stahr-Preis 2013. Bernhardt Rengert (links) und Jürgen Theil gratulieren.

„Ein Buch zu schreiben ist einfacher“, sagte ein sichtlich gerührter Hans-Joachim Stahl. Der Boitzenburger, sonst nie um einen flotten Spruch verlegen, war um Worte bemüht, als er am Freitagabend zusammen mit Beatrix Bluhm und Detlev von Heydebrand den Adolf-Stahr-Preis verliehen bekam. Nie hätte er gedacht, dass sich sein Drängen derart auszahlen und solche Lorbeeren einfahren würde. Schließlich war es seine Idee und er hatte die Kunsthistorikerin und den Landschaftsplaner zum Gemeinschaftswerk „Schloss Boitzenburg in der Uckermark – Geschichte und Gegenwart“ überredet. Auf 295 Seiten und mit über 200 bislang größtenteils unveröffentlichten Fotos und Abbildungen gewähren die drei Autoren dem Leser einen umfassenden Einblick in die Geschichte und die Gegenwart einer der größten märkischen Schlossanlagen samt umgebendem Park und Garten. Ein wegweisendes und ambitioniertes Gemeinschaftswerk, wie die Jury vom Uckermärkischen Geschichtsverein um Bernhardt Rengert befand. Verdienstvoll vor allem, weil die Autoren insbesondere die weitgehend unbekannte jüngere Geschichte des Schlosses seit der Enteignung der Grafen von Arnim-Boitzenburg 1945 beleuchteten und in Ermangelung zugänglichen Archivmaterials mit vielen Zeitzeugen sprachen und auf deren Fotoalben zurückgreifen konnten. Und, auch das honorierte die Jury, weil sie im Buch auf eine Kommentierung der mühsam herausgefilterten Fakten verzichteten.Hans-Joachim Stahl, Beatrix Bluhm und Detlev von Heydebrand teilen sich den mit 4000 Euro dotierten Preis, der alle zwei Jahre für Arbeiten im schriftstellerischen oder historischen Bereich mit direktem Bezug zur Uckermark verliehen wird und 1995 vom Hamburger Kaufmann Holger Cassens gestiftet wurde. Cassens und seine Frau Mara waren bei der Preisverleihung im Dominikanerkloster zu Gast.
„Mir hat das Buch sehr viel Spaß gemacht“, dankte Hans-Joachim Stahl vor allem jenen Uckermärkern, die mit ihren privaten Erinnerungen zum Erfolg des Buches beitrugen, insbesondere der Familie Bechert, und gab einige Anekdoten preis. Eins seiner Lieblingsfotos in dem Buch sei beispielsweise das mit den zwei Kindern im Schlosspark, das aus der Zeit stammt, als das Schloss Sitz der japanischen Botschaft war.
Stahl revanchierte sich beim Geschichtsverein für die Auszeichnung und stellte dessen Archiv ein Dokument von 1911 zur Verfügung: eine Beförderungsurkunde, die Kaiser Wilhelm II. anlässlich eines Aufenthaltes im Schloss Boitzenburg während des sogenannten Kaisermanövers unterzeichnet hatte.

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