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Neue Hoffnung für das Freizeitheim

Auch die Jugendband des Freizeitheims atmete auf.  FOTO: Amme
Auch die Jugendband des Freizeitheims atmete auf. FOTO: Amme

Wenn ein Pfarrer seine Stelle wechselt, bleibt er in Gedanken oft noch am alten Ort. So wie auch Matthias Amme an Sternhagen denkt.

Sternhagen.„Dort, wo sich regelmäßig viele Kinder und Jugendliche aufhalten, sich bilden, Teamgeist üben, baden gehen, musizieren und über Gott und die Welt reden, ist genug Platz, aber zu wenig Geld vorhanden: im kirchlichen Freizeitheim Sternhagen“, mit diesen
Worten beginnt ein Brief, den der ehemalige Pfarrer des Ortes, Mathias Amme, an die Prenzlauer Zeitung gesandt hat.
„Die 25 Betten und der Jugendboden finanzieren das Haus nicht. Der Kirchenkreis Uckermark muss zuschustern. Aber wofür?“, stellte er fragend in den Raum. Jugendpfarrer Falko Becker bilde hier die Teamer aus, die in der Uckermark ausschwärmen und Jugendarbeit begleiten. Die Kirchenkreisband „Lightning Summer“ probe hier für ihre Auftritte.
„14- bis 18-Jährige lernen Kirche anders kennen, sitzen bei Kerzenlicht vor dem Altar und lauschen alten Texten. Sie werden die Kirche der Zukunft sein. Sie denken über sich nach und auch über die Verantwortung in Gottes Schöpfung“, das alles weiß Matthias Amme, obwohl er vor Jahren die Pfarrstelle verlassen hat, doch der Kontakt zur Gemeinde ist nie abgerissen. „Wenn man weiß, wofür das Geld ist, dann meint man, es ist gut investiert. Doch alle Kassen sind knapp. Obwohl der Kirchenkreis schon die wichtige Arbeit sieht, muss auch er sparen“, hat Amme Verständnis.
Der Verkauf des Freizeitheims sei daher im Gespräch gewesen, der Abschied für Mai sogar schon bekanntgegeben worden. „Doch vor einigen Wochen hat sich aus ehemaligen Jugendlichen und Sternhagen-Fans spontan ein neuer Freundeskreis gebildet, der noch einmal das Steuer herumreißen will“, überbringt er die gute Nachricht. Es engagierten sich
Pädagogen, Sozialarbeiter, Mitglieder von Gemeindekirchenrat und Kreiskirchenrat, Privatpersonen, Pfarrer…
„Alle sind sich einig: Kinder, Jugendliche und Erwachsene brauchen einen solchen (bezahlbaren) Ort, um als Einzelne und als Team gemeinsame neue Erfahrungen zu machen, mit denen sie an ihre Heimatorte zurückkehren können, einen geschützten Ort in unserer manchmal harten Realität. Ideen gibt es viele, die Finanzen aufzustocken: Die Auslastung steigern. Einsparung und Preiserhöhungen sind auch nötig, aber reicht alles aus, um die Zuschüsse auf ein Minimum zu senken? Trotz Frühling und der beginnenden Saison ist die Kuh noch nicht vom Eis und der Freundeskreis sammelt weiter Kräfte um sich – für einen wichtigen Ort in der Uckermark…“cm

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