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Noch klappert die Mühle…

Die Wassermühle Gollmitz wartet am Mühlentag zu Pfingstmontag mit einem Regionalmarkt auf. Die Besucher sollen von Sorgen nichts bemerken. [KT_CREDIT] FOTOs (2): M. Strehlow
Die Wassermühle Gollmitz wartet am Mühlentag zu Pfingstmontag mit einem Regionalmarkt auf. Die Besucher sollen von Sorgen nichts bemerken. [KT_CREDIT] FOTOs (2): M. Strehlow

Ende Februar lief die Frist aus, um bei Wasserbehörden alte Rechte und Befugnisse geltend machen zu können, die im sogenannten Wasserbuch eingetragen werden beziehungsweise dazu vorgemerkt werden. Für Betreiber von Wassermühlen auch in der Uckermark war das ein wichtiger Termin.

Denn nach Paul Dehmel, dem Wasserbeauftragten des Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) e.V., erlöschen sonst die Wasserrechte, die oft noch aus historischen Zeiten stammen. „Das Wasserbuch ist ein öffentliches, digitales Verzeichnis, das einen Überblick und Auskunft über die Rechtsverhältnisse an Gewässern gibt. Hierzu zählen auch wasserrechtliche Erlaubnisse und Bewilligungen – etwa für das Entnehmen, Ableiten, Aufstauen oder Absenken von oberirdischen Gewässern“, erläutert Dehmel.

So macht sich Kai Rogozinski sicher nicht unbegründet Sorgen um die Gollmitzer Mühle. „Meine Nutzungsvereinbarungen gelten nur für einen bestimmten Zeitraum. Doch was ist, wenn diese Frist abläuft?“ Seine Bemühungen um die Wasserrechte am „Strom“ könnten ohne Erfolg bleiben. Dass sie den jeweiligen Müllern verliehen wurden, dürfte Fachleuten klar sein. Doch in Deutschland gilt nichts ohne Papiere. Die sollen zum Ende des letzten Krieges verbrannt worden sein. „Und das Preußische Recht, wonach jedes Mühlwerk ein Recht zum Anstauen des Wassers hat, wurde zu DDR-Zeiten außer Kraft gesetzt“, schildert er.

Dennoch lässt sich der Berliner Handwerker, der seinen zweiten Lebensschwerpunkt vor über zehn Jahren in die Uckermark verlegte, nicht entmutigen. Im Oktober zum Beispiel hatte er bei der Eon e.dis eine höhere Einspeiseleistung beantragt. Denn nach dem Erneuerbaren Energien-Gesetz gibt es seit 2012 mit der Erhöhung der Stromleistung eine höhere Vergütung. „Ich möchte einen größeren Generator einbauen, die Leistung von 11 auf 15 Kilowatt erhöhen.“ Das sei besonders angesichts der häufiger werdenden Starkniederschläge sinnvoll. Mit einer stärkeren Maschine im Bauch der historischen Wassermühle könne dann auch mehr Strom erzeugt werden. Noch hat Rogozinski keine Antwort vom Stromversorger, fragt sich, warum die Bearbeitung seines Antrages so lange dauert.

Im Moment bereitet er intensiv die neue Besuchersaison vor. Denn natürlich beteiligt er sich wieder am Deutschen Mühlentag, der am Pfingstmontag zum 20. Mal gefeiert wird. Nach der guten Erfahrung mit dem ersten Regionalmarkt im Oktober dürfen sich die Besucher erneut auf ein buntes Gewimmel von Anbietern aus dem näheren Umkreis freuen: Eismanufaktur, Früchtezauber, Seifenmanufaktur, Töpferei sind nur einige Stichworte. „Wer sich darin noch einbringen möchte, kann sich kurzfristig unter 039852 49141 melden“, bietet Kai Rogozinski an. Ab 10 Uhr wird er selbst alle volle Stunde durch die historische Mühle führen. Und er freut sich ganz besonders auf alte Bekannte, die Musiker von „Green Maedow“. Sie wollen mit „Irish Folk & more“ den Nachmittag zu etwas ganz Besonderem machen.

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