Mo. 06. August 2012
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„Rechte Szene ist doch nah dran...“ von Claudia Marsal

NPD-Pressefest: Uckermärker bei Gegendemo dabei

Widerstand gegen ein Neonazitreffen in Viereck regt sich auch hierzulande. Pfarrer Steve Neumann beispielsweise will mit seinem Aktionsbündnis gegen Rechts zur Gegendemo in den Nachbarkreis fahren und Stellung beziehen.

Der Prenzlauer Pfarrer Steve Neumann (rechts) hat ein Aktionsbündnis gegen Rechts initiiert. Die Mitglieder werden dabei sein, wenn am 11. August in Viereck gegen das Pressefest der NPD protestiert wird. Dafür wurden jetzt Banner und Plakate angefertigt.
Der Prenzlauer Pfarrer Steve Neumann (rechts) hat ein Aktionsbündnis gegen Rechts initiiert. Die Mitglieder werden dabei sein, wenn am 11. August in Viereck gegen das Pressefest der NPD protestiert wird. Dafür wurden jetzt Banner und Plakate angefertigt.
Foto: Claudia Marsal
Uckermark (cm)  

Am kommenden Sonnabend vielleicht etwas früher als sonst aufstehen müssen die, die sich in den Protest gegen das Pressefest der NPD in Viereck einreihen wollen. Denn wer bis Pasewalk kostenfrei im Zug mitfahren möchte, der sollte am 11. August spätestens um 9.45 Uhr am Prenzlauer Bahnhof stehen. Dort wird Pfarrer Steve Neumann dann Gratis-Gruppentickets zur Verfügung stellen. Möglich wird das durch eine Spende, die dem in Gründung befindlichen Aktionsbündnis gegen Rechts kürzlich zugegangen ist. Der junge Pastor, selbst Vater von drei Kindern, hofft, damit vor allem jungen Leuten das Transportproblem abnehmen zu können.

Denn es liegen immerhin 35 Kilometer zwischen der uckermärkischen Kreisstadt und dem Ort, wo die Großveranstaltung der Neonazi-Szene stattfinden und bis wohin sich die „Demokratiemeile“ als Antwort darauf ziehen soll. Menschen wie Matthias Hartmann, der sich aktiv in dem Bündnis einbringt, meinen trotzdem, dass das keine Entfernung ist, im Gegenteil, „die rechte Szene ist verdammt nah dran“, schätzt der selbstständige Händler ein. Er kann beispielsweise nicht verstehen, „dass es Gewerbetreibende geben soll, die in ihren Firmen die Plakatierung für die Gegendemo untersagt haben“. „Man darf vor diesen Tendenzen nicht die Augen verschließen, sondern sollte Mut beweisen und dagegen aufstehen“, ermuntert Steve Neumann alle Zögerer, sich in die Initiative einzuklinken. Er sei bei den ersten „Weltoffen, demokratisch, bunt“-Treffen in Pasewalk dabei und total begeistert von der Stimmung dort gewesen. „Tolle Leute mit viel Energie, ich habe mich anstecken lassen.“ Und er wiederum hat nun in Prenzlau die Werbetrommel gerührt. Im „Jacobi-Keller“ sind bereits Plakate und Banner gefertigt worden, die auf der „Demokratiemeile“ zum Einsatz kommen werden.

Darüber hinaus hat der Pfarrer Kontakt zu über 30 Bands und Solisten aufgenommen, „denn es sind immerhin vier Bühnen zu bespielen“. Bereits zugesagt hätten die Trommlerinnen der „Blumen-Group“, der Liedermacher Aal, DJ Mister Bombastic und die Autorin Elisa. Punkt 13.30 Uhr soll am 11. August übrigens eine Menschenkette gebildet werden, die von Pasewalk nach Viereck führt.
 

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