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Ohne intakte Natur kommen keine Touristen

Die Uckermark ist um eine touristische Attraktion reicher: In Malchow an der B 109 eröffnete der Labyrinthpark.[KT_CREDIT] FOTO: OLIVER Spitza
Die Uckermark ist um eine touristische Attraktion reicher: In Malchow an der B 109 eröffnete der Labyrinthpark.[KT_CREDIT] FOTO: OLIVER Spitza

Wer kommt warum und wie lange in die Uckermark? Auf diese Frage versuchte Landrat Dietmar Schulze dem Kreistag eine Antwort zu geben. Fazit: Trotz aller positiven Ansätze ist die Uckermark noch weit davon entfernt, eine Urlaubsregion zu sein. Denn bei einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 3,1 Tagen kann man höchstens von Ausflugsregion sprechen.
Wie der Landrat sagte, seien für 2012 die Daten von 92Betrieben mit insgesamt 5103 Betten ausgewertet worden, wobei nur Pensionen und Hotels und Ferienanlagen mit mehr als neun Betten erfasst wurden. Und da lag im Vorjahr die durchschnittliche Auslastung bei 36,8 Prozent. Also zwei Drittel des Jahres standen die Betten leer. Mehr als eine Viertelmillion Gäste (272924) besuchten die Uckermark, exakt 836313 Übernachtungen wurden registriert. Zum Vergleich: In der benachbarten Mecklenburgischen Seenplatte wurden zum Beispiel 2011 über 4,3 Millionen Übernachtungen in Betrieben mit mehr als neun Betten registriert.
Dennoch hat die Uckermark den Bundeswettbewerb „Nachhaltige Tourismusregionen 2012/13“ gewonnen, wobei wohl vor allem das Potenzial gewürdigt wurde. Und die Träger des Wettbewerbs – Bundesumweltministerium, Bundesamt für Naturschutz und der Deutsche Tourismusverband – finanzieren der Uckermark nun eine
Marketingkampagne. In 28 deutschlandweit verkehrenden ICE und in Städten mit über 500000 Einwohner wird massiv für den brandenburgischen Nordosten geworben.
Doch bester Werbeträger für die Uckermark ist die Uckermark selbst. „Unsere Natur ist das wertvollste touristische Kapital. Ihr Erhalt ist für eine langfristige erfolgreiche Tourismusentwicklung unabdingbar“, warnte der Landrat. Worte, die Wasser auf die Mühlen der Windkraftgegner sein dürften. Und der Landrat mahnte auch angesichts der Streichungen auf dem zweiten Arbeitsmarkt, dass zahlreiche Angebote (wie Heimatstuben, kleine Museen, Ausstellungen, touristische Infrastruktur) nicht dauerhaft aufrecht erhalten werden können. Auch die von Rivalität und Lokalpatriotismus geprägten Tourismusstrukturen im Kreis müssten sich endlich den Anforderungen der Zukunft anpassen.

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