Nordkurier.de

Plätze des Todes markiert

1426 büßten an dieser Stelle im Prenzlauer Stadtzentrum zwei Bürgermeister zunächst ihre Schwurhände und dann ihr Leben ein. Der heutige Bürgermeister Hendrik Sommer stellte die Szene gestern anlässlich der Einweihung einer Gedenktafel nach. Links: Jürgen Theil vom Geschichtsverein, rechts Thomas Hacker von der Firma UDG, die die Platte sponserte.
1426 büßten an dieser Stelle im Prenzlauer Stadtzentrum zwei Bürgermeister zunächst ihre Schwurhände und dann ihr Leben ein. Der heutige Bürgermeister Hendrik Sommer stellte die Szene gestern anlässlich der Einweihung einer Gedenktafel nach. Links: Jürgen Theil vom Geschichtsverein, rechts Thomas Hacker von der Firma UDG, die die Platte sponserte.

Wer im Mittelalter zum Tode verurteilt wurde, kam, wenn sein letztes Stündlein geschlagen hatte, meist in den Genuss einer breiten Öffentlichkeit. Denn die Richtstätten befanden sich in der Regel in zentraler Lage. Da machte Prenzlau, das die untere und obere Gerichtsbarkeit hatte, keine Ausnahme. Der Richtstein, auf dem das Schafott stand, befand sich in etwa da, wo heute die Zufahrt zum Raiffeisenplatz ist. Da der Stein bei Grabungen noch gut erhalten zutage gefördert wurde, nutzten die heutigen Stadtväter die Chance und ließen ihn wieder an dieser Stelle ein, davor eine Platte, die auf den denkwürdigen Ort hinweist. Wenige Meter weiter findet man ab sofort einen Hinweis darauf, wo sich einst der Prenzlauer Militärgalgen und ein Schandpfahl befunden haben. Eine dritte Tafel weist Einheimische und Touristen fortan auf das verwirklichte „Wasser in die Stadt“-Projekt hin. Seit gestern fließt hier echtes Nass aus dem benachbarten Uckersee entlang.
 

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×