Nordkurier.de

Prenzlau: Polizisten suchen die Vandalen

Drollig, rundlich und farbenfroh – so kam das Präsent daher, mit dem Prenzlau zur Eröffnung der Landesgartenschau von seinen polnischen Freunden überrascht wurde. Wochenlang hatten Keramiker der Partnerstadt Barlinek an dem hübschen Figurenensemble gesessen und es dann ganz vorsichtig in die Uckermark transportiert. Die Königin und ihr Gefolge hatten den langen Weg auch unbeschadet überstanden und ihren Platz vorm Prenzlauer Warmbad – außerhalb des LAGA-Geländes – eingenommen. Doch dort stand das bunte Völkchen nicht lange, der Uckermark Kurier berichtete. Zweimal in Folge sind die Figuren nun schon demoliert worden. Gedankenlos zertrümmert über Nacht. Beim ersten Mal noch notdürftig geflickt überstand ein Teil der Männeken die neuerliche Attacke am Wochenende nun gar nicht mehr. Leere Flecken auf dem Areal künden davon. Die Prenzlauer sind entsetzt.

Wirtin Anke Menge-Weiher, die die benachbarte Gaststätte „Zur Fischerstraße“ betreibt, ist mehr als peinlich berührt. „Man schämt sich ja richtig vor den Gästen“, sagte sie gestern im Gespräch mit dem Uckermark Kurier. Durch die Landesgartenschau kämen zunehmend Besucher aus Polen hierher.

„Nicht auszudenken, was die für ein Bild von uns bekommen, wenn sie die kaputtgeschlagene Gruppe sehen.“ Zumal ja das große Schild neben den Figuren ausdrücklich auf die Schenkung aus dem östlichen Nachbarland hinweise...
Im Rathaus schellen natürlich auch die Alarmglocken, zumal zum nächsten Stadtfest die Barlineker Waldkönigin erwartet wird, die mit ihrem Gefolge an dem Präsent vorbeizuspazieren gedenkt. Die verbliebenen Figuren sind zwar wieder notdürftig repariert und aufgestellt worden. Aber bis dahin vergehen ja noch einige Tage. Vielleicht wäre es besser, das Geschenk an einen sichereren Ort zu bringen, auch solche Überlegungen gibt es jetzt schon. „Man darf doch nicht so einknicken vor diesen Vandalen“, das ist allerdings die Meinung der meisten Passanten, die gestern am Warmbad vorbeidefilierten. Das Ehepaar Menz war gerade aus Bodenmais in Bayern zurückgekehrt, wo in der Stadt vor Jahren filigrane Glasobjekte aufgestellt worden sind – bis heute unbeschädigt. „Das muss hier doch auch möglich sein.“ Wer in der Nacht zum 12. Mai das schändliche Treiben beobachtet hat, sollte sich bei der Polizei melden.Telefon: 03984 350

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×