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Prenzlaus Uhr tickt anders

VonMonika Strehlow

Das erste Mal müssen die Kreisstädter auf ein Friedgartenkonzert mit dem Uckermärkischen Konzertchor verzichten. Denn das Laienensemble steht vor neuen Herausforderungen.

Prenzlau.In diesem Jahr ticken die Prenzlauer Uhren anders. Beinahe alle Kulturmanager kalkulieren bei ihren Veranstaltungen die Landesgartenschau ein. Die Besucher etwa des seit zwei Jahrzehnten beliebten Konzertes im Friedgarten – mit dem seit 14 Jahren der Kultursommer im Dominikanerkloster eröffnet wird – werden das auf eine besondere Weise spüren. „Erstmals ist der Uckermärkische Konzertchor nicht dabei“, stellt der künstlerische Leiter des Laienensembles, Jürgen Bischof, klar.
„Keine Frage, dass wir die beliebte Tradition des Friedgartenkonzertes fortsetzen. Mit dem Preußischen Kammerorchester und dem in Prenzlau bekannten Dresdner Trompeter Joachim Schäfer erklingt am 14. Juni ab 21Uhr ,Eine kleine Nachtmusik‘, wird die Musik in der Abendstunde zum Träumen bei Wein einladen.“ Und im kommenden Jahr, versichert Bischof, wird das Friedgartenkonzert wieder gemeinsam von den „Preußen“ und dem Konzertchor gestaltet.
Hintergrund ist die Aufführung von Carl Orffs „Carmina Burana“ auf der Landesgartenschau, die eine Woche später, am 22. Juni, auf der Freilichtbühne der LAGA gezeigt wird, der Uckermark Kurier berichtete. Dabei stehen 298 Choristen, darunter knapp 100 Kinder, auf der Bühne. Der Konzertchor singt mit Querbeat Templin, Gastsängern aus der Region und Schulchören aus Prenzlau und Gerswalde sowie zwei Chören aus Stettin. Denn diese „Carmina Burana“ geht als deutsch-polnisches Projekt der fünften Brandenburgischen Landesgartenschau in die Geschichte ein. Über 350 Mitwirkende, darunter auch über 60 Musiker der Stettiner Philharmonie, sind einzustimmen und zu koordinieren, erläutert Jürgen Bischof den Kraftakt, den auch er zu bewältigen hatte.
Parallel dazu bereitet sich der Uckermärkische Konzertchor auf seinen zweiten großen Auftritt dieses Jahres vor: ein Gastspiel in Prenzlaus Partnerstadt Uster. Unterm Schirm der Stadtoberhäupter präsentieren die Sänger mit den „Preußen“ am 28. September in Uster „Raritäten der Chormusik“ – und zwar gemeinsam mit dem fast 50-köpfigen Kammerchor Uster.
Anlass dazu gibt der 60.Gründungstag des Partnerensembles, das die Uckermärker zum Jubiläum einlud. Mit dem „Te Deum Laudamus“ von Antonin Dvorák und dem 42. Psalm von Mendelssohn stehen zwei anspruchsvolle Chorwerke auf dem Programm, an denen seit Monaten gefeilt wird, unter anderem bei einem Probenwochenende an der Musikakademie Rheinsberg.
„Damit wird der Konzertchor schon an seine Grenzen geführt. Doch wenn die Sänger und Sängerinnen das schaffen, haben sie es wieder einen Schritt weiter in ihrem Können geschafft“, ist ihr „Chef“ überzeugt.
Wie gut das gelingt, davon können sich die Uckermärker am 26. Oktober überzeugen, wenn dieses Konzert in Prenzlau gegeben wird.

Kontakt zum Autor
m.strehlow@uckermarkkurier.de

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