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Queer Days Festival: Hauptsache, es wird geliebt!

Lars Bergemann (rechts) und Stefan Krüger klärten die LAGA-Besucher über das Anliegen von Queer Days auf.
Lars Bergemann (rechts) und Stefan Krüger klärten die LAGA-Besucher über das Anliegen von Queer Days auf.

„Interessiert, mitunter irritiert“, bringen Lars Bergemann und Stefan Krüger die Reaktionen der LAGA-Besucher an ihrem Stand auf den Punkt. Der Leiter der Landeskoordinierungsstelle LesBiSchwule und der stellvertretende Vorsitzende des Vereins UM queer lächeln dabei. So mancher hatte zwischen den Marktständen mit regionalen Produkten auf dem Landesgartenschaugelände in Prenzlau kaum erwartet, dort neben Pflanzen, Senf und Apfelmarmelade Informationen über Schule, Lesben und Transsexuelle zu erhalten. Doch als der Verein UM queer vor fast einem Jahr in der Prenzlauer Stadtverwaltung nachfragte, ob und wie er sich auf der LAGA 2013 einbringen könnte, brauchte es keine großen Überlegungen, schildert der Prenzlauer erste Beigeordnete Marek Wöller-Beetz: „Das Thema gehört zu uns wie die Butter zum Brot. Wir wollen auf der Schau zeigen, welche Vielfalt die Uckermark zu bieten hat und dazu zählt natürlich die Vielfalt der Vereine.“
Durch sein Engagement für Schwule und Lesben trage der von Christian Hartphiel vor acht Jahren in Templin gegründete Verein UM queer ganz wesentlich dazu bei, dass in der Uckermark Toleranz und Integration offener gelebt und gezeigt würden, betonte Andreas Büttner, der im März den Vereinsvorsitz übernommen hat. Für den vierfachen Familienvater und Vorsitzenden der FDP-Landtagsfraktion sei es folgerichtig, dass ein mit einer Frau verheirateter Mann den Vorsitz übernimmt: „Auch das ist ein Schritt in Richtung Normalität. Egal, aus welchem Land man kommt, welche Hautfarbe man trägt und wen man liebt – gemeinsam streiten wir für ein offenes Miteinander in unserer Gesellschaft“, so Büttner.
In jeder Firma, jedem Verein, jeder Familie gäbe es Menschen, die schwul oder lesbisch sind, ergänzt Hartphiel: „Dieser Botschaft ist bei unseren Bürgern angekommen und damit haben wir viel erreicht.“
UM queer habe dazu beigetragen, dass Leute, die sich bisher mit ihren Gefühlen allein auseinandersetzten, eine Anlaufstelle haben. Den Ausbau der Beratungsstrukturen über die Kreisgrenzen hinaus sieht Büttner als ein wichtiges Ziel.Der symbolische Brückenschlag von Templin nach Prenzlau mit dem bunten Bühnenprogramm zur Einstimmung auf das 6. Queer Days-Festivalwochenende sei eine richtige Entscheidung gewesen, auch wenn die Organisatoren und Mitwirkenden sich über mehr Zuschauer gefreut hätten. Wer nicht kam, verpasste einiges. So den rockigen Auftritt der Berliner Band „The Wake Woods“, die vor wenigen Tagen ihr erstes Album veröffentlichte. Den ersten Auftritt der Templiner Gymnasiastin Vanessa mit Gesang und Gitarre auf große Bühne. Und natürlich Gisela Kloppke, eine männliche Diva auf hochhackigen Schuhen und im Fummel. Ihr Credo: „Egal wer wen - Hauptsache es wird geliebt!“
 

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