Nordkurier.de

Rathaus sind die Hände gebunden

VonGerald Bahr

Den Lärmaktionsplan muss die Stadt finanzieren. Aber entscheiden, ob sich etwas ändert, darf sie nicht alleine.

Prenzlau.Manchmal frage er sich, was man da überhaupt tun könne, sagte Bürgermeister Hendrik Sommer. Die Stadtverwaltung steckt in einer Zwickmühle. Sie ist verpflichtet, Maßnahmen zu erstellen, wie an Hauptverkehrsstraßen der Lärmpegel gesenkt werden kann. Die Entscheidungsgewalt, diese umzusetzen, liegt aber nicht im Rathaus, auch wenn es wollte.
Die realistischste Lösung scheint Tempo 30 bei Nacht zu sein. „Damit könnte der Pegel ungefähr um die Hälfte gesenkt werden“, erklärte Christian Hecht vom Ingenieurbüro Hoffmann-Leichter bei dem Bürgerforum am Donnerstag.
Doch Tempo 30, ab 22 Uhr für Lkw über 7,5 Tonnen, in der Baustraße durchzusetzen, war schon schwer, erklärte Hendrik Sommer. Eine Lenkung des Lkw-Verkehrs, der einigen Bürgern sauer aufstieß, sei noch komplizierter. Das Straßennetz in Prenzlau zu Maut-Straßen zu erklären, um Brummis aus der Stadt raus zu halten, könnte wirken.Doch auch dabei gilt: „Als Stadt können wir das nicht alleine festlegen“, so Sommer.Ein Nachtfahrverbot für Lkw auf Hauptverkehrsstraßen hält er ebenso für unrealistisch. Auf dem Klageweg würden sich Speditionen den Weg wieder ebnen – und hätten zu gute Aussichten, Recht zu bekommen.
Abseits der EU-Richtlinie, beschwerten sich einige Bürger am Donnerstag über Lärm bei der Waschanlage der Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft und dem Industriegebiet in der Nähe des Milchhofes sowie über den Lkw- und Busverkehr in der Grabowstraße. „Da haken wir auf jeden Fall nach“, versprach Hendrik Sommer, mit den Betreibern Kontakt aufzunehmen.

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×