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Saisonabschluss mit Urlaubsstimmung

„Beim Anblick der Berge“ und „Am stillen Weiher“,„Reisebekanntschaften“ und eine „Hochzeitsnacht im Paradies“ – assoziationsreiche Melodien aus Operetten, folkloristischen Temperamentstänzen und sonstigen orchestralen Vergnüglichkeiten wollten beim Unterhaltungskonzert des Preußischen Kammerorchesters im Kultur- und Plenarsaal des Landkreises Uckermark unter Leitung von Frank Zacher auf erholsame Urlaubszeiten einstimmen.

Anfänglich tut sich der „Reiseveranstalter“ ein wenig schwer, seine Angebote klangwohlgefällig anzubieten. Er zeigt sich wenig charmant und rhythmisch unsicher, redet plakativ und viel zu laut. Als sich später ein von Hans Zander notenporträtierter „Musikus auf Reisen“ begibt, gewinnt prickelnder Drive die Oberhand. Ganz in ihrem Element sind die Musiker dann beim tschechischen Polkafeuer des „Dupák“ von Ján Cikker, dem Feuerwerk einer „Samba fugata“ von Heinrich Riethmüller. Und erst recht nach der Rastpause, wo sich die aushilfsverstärkten „Preußen“ endlich zu sauberem Musizieren und unbeschwertem Miteinander gefunden haben. Als eitel-burschikoser Reisebetreuer vom Schwiegermutter-Typ „jugendlicher Liebhaber“ fungiert Patrick Vogel, der mit seinem hellen Tenor ehrgeizig Frohsinn verbreiten will. „Wenn man kann’s ungefähr, ist’s nicht schwer“, singt er nach Straußischer Vorlage. Ihm wird’s tatsächlich nicht schwer, wenn man seine höhenungefähren Ausflüge erlebt. Wenn er Strahletöne ansteuert, werden sie wacklig oder brechen ihm schließlich ganz weg. Er singt größtenteils mit leidenschaftlichem Ausdruckswillen, oftmals jedoch zu gradlinig und forteliebend, mit wenig Geschmeidigkeit und Schmelz. Dabei verfügt er über eine tragfähige baritonale Mittellage, auf die er leider selten vertraut.

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