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Schock am Briefkasten

Antje Hübner zittert noch immer an Händen und Füßen, als sie am Montag in der Redaktion auftaucht. Kein Wunder, schließlich hat die 39-Jährige beim Gang zum Briefkasten einen Schock erlitten, wie sie sagt. Die Prenzlauerin hatte Ende vergangener Woche ihre Steuererklärung zum Finanzamt geschickt. Doch dort kam die Sendung nicht an. Zwei Tage später lagen sämtliche Kopien und Unterlagen, die sie für die Behörde hatte erbringen müssen, wieder in ihrem Kasten, anbei ein Vermerk, dass der Umschlag in der Sortiermaschine kaputt gegangen sei. „Komisch nur, dass ich tags darauf einen Anruf vom Finanzamt bekam und mich die dortige Mitarbeiterin frage, warum ich einen leeren Umschlag an sie geschickt habe, selbiger sei unversehrt gewesen“, wundert sich die Hörgeräteakustikerin. An diesem Punkt sei sie dann stutzig geworden, räumt die zweifache Mutter aufgeregt ein. Was, wenn das jetzt eine neue Masche der Ganoven sei...? „In diesem Brief war schließlich alles zu finden, was meine wirtschaftliche Situation beschreibt, inklusive aller Kontoverbindungen und mehr“ – Antje Hübner ärgert sich sehr, dass all diese sensiblen Daten vermutlich von Unbefugten in Augenschein genommen worden sind. „Nicht auszudenken, was man damit für Schindluder treiben kann.“ Die Kreisstädterin hat sich deshalb auch entschlossen, den Vorfall bei der Polizei zu melden. Beim zweiten Anlauf in puncto Steuererklärung geht sie auf Nummer sicher. „Ein Bekannter hat sich bereit erklärt, meine Unterlagen mit dem Auto nach Angermünde zu bringen und dort persönlich abzugeben.“ Die Deutsche Post sagte uns gestern eine Klärung zu.
 

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