Nordkurier.de

Schuke stellt Orgel selbst vor

Das Prospekt der Brüssower Schuke-Orgel hat seine ursprüngliche Farbgebung wiedererhalten. [KT_CREDIT] FOTO: Monika Strehlow
Das Prospekt der Brüssower Schuke-Orgel hat seine ursprüngliche Farbgebung wiedererhalten. [KT_CREDIT] FOTO: Monika Strehlow

VonMonika Strehlow

Dank der Hilfe vieler Spender und der Bürgerstiftung der Sparkasse Uckermark kann die Kirchengemeinde ihr Instrument restaurieren.

Brüssow.Als Pfarrer Albrecht Schönherr 1941 für die Stadtkirche Brüssow eine neue Orgel in Auftrag gab, war das ein großes Ereignis. Der spätere Bischof der evangelischen Landeskirche sorgte dafür, dass St. Sophien wieder eine wohlklingende Stimme bekam. Nach dem Archiv der Potsdamer Alexander Schuke-Orgelbau GmbH geht die Geschichte der Brüssower Orgeln bis auf 1738/39 zurück, als Joachim Wagner ein Instrument baute – eine Schwester der fast baugleichen Orgel in Gramzow. 1842 wurden deren Reste versteigert und eine neue Orgel bei Gottlieb Heise in Potsdam bestellt. 100 Jahre später war auch die marode und wurde ersetzt durch eine Schuke-Orgel. Als der junge Pfarrer Matthias Gienke vor fast fünf Jahren seinen Dienst antrat, bot auch diese keinen Hörgenuss mehr – eine Restaurierung wurde erforderlich, schildert Gienke. Auch deswegen gründete sich 2011 der Förderverein St. Sophien Orgel e. V. Brüssow, dessen Vorsitzende Asta von Oppen sagt: „Regionalhistorisch sollten wir über den Mut verfügen, alle Kräfte zusammenzuraffen, …dass Brüssow über eine wichtige und konzertfähige Orgel verfügt.“ Denn nach dem Zweiten Weltkrieg war die Brüssower Orgel lange das einzige konzertfähige Instrument im weiten Rund. Selbst die Orgel der Prenzlauer St. Marienkirche lag i Schutt.
Unterstützung erhielt der Sophien-Orgelverein von der Bürgerstiftung der Sparkasse Uckermark, die mit einer beträchtlichen Summe eine kurzfristige Reparatur ermöglichte. Nun steht die Einweihung der Sophien-Orgel durch Bischof Hans-Jürgen Abromeit am 26. Mai bevor. Dass damit gleichzeitig der vierte „Orgelfrühling in der Uckermark“ eröffnet wird, ist eine besondere Würdigung für die Akteure.
So sollten sich die Brüssower und alle Liebhaber von Orgelmusik den Nachmittag besagten Sonntags schon freihalten. Um 14 Uhr beginnen Gottesdienst sowie das Konzert mit Kirchenmusikdirektor Prof. Matthias Eisenberg an der Orgel und dem Dresdner Trompetenensemble von Joachim Schäfer. Zudem stellt Firmeninhaber Matthias Schuke die Orgel aus seiner Werkstatt vor.

Kontakt zum Autor
m.strehlow@uckermarkkurier.de

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×