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Schulessen wird teurer

Kinder – hier Steppkes der Artur-Becker-Grundschule – wollen und brauchen ein gesundes, hochwertiges Schulessen. Das aber hat seinen Preis.
Kinder – hier Steppkes der Artur-Becker-Grundschule – wollen und brauchen ein gesundes, hochwertiges Schulessen. Das aber hat seinen Preis.

Am 31. Dezember endet der Vertrag zwischen der Stadt Prenzlau, der GVL Gastronomische Versorgungsleistung GmbH Berlin und dem „Brot und Salz“-Verein zur Mittagsversorgung in Kindertagesstätten und Schulen in Trägerschaft der Stadt. Dadurch wurde eine öffentliche Neuausschreibung für die Jahre 2014 bis 2016 notwendig. Fünf Firmen haben sich beworben, ein ortsansässiges war nicht dabei. Der Kultur- und Bildungsausschuss der Stadtverordnetenversammlung folgte deshalb mehrheitlich der Rathaus-Empfehlung, sich für die Sodexo SCS GmbH Dresden, Niederlassung Berlin, zu entscheiden. Nur die beiden Abgeordneten der Links-Partei stimmten dagegen.

„Wir können nicht dem Favoriten und damit den deutlich höheren Preisen zustimmen. Wir sollten beim jetzigen Anbieter bleiben, ansonsten werden sich noch mehr Schüler von der Mittagversorgung verabschieden“, warnte Links-Fraktionschef und Gymnasiallehrer Jörg Dittberner.

Doch das ist nicht so einfach. Der bisherige Anbieter GVL hat sich zwar beworben, aber mit einer Tochterfirma, die sich in Insolvenz befindet. Unverständnis zeigte Georg Rabe (Bürgerfraktion), dass sich keine einheimische Firma beworben hat. „Wir haben im Vorfeld extra mit allen potenten Anbietern in der Region gesprochen und die Ausschreibung sogar in zwei Lose – 565 tägliche Kita-Portionen, 750 tägliche Schulportionen – geteilt, dennoch waren wohl viele mit der logistischen Aufgabe überfordert“, sagte Amtsleiter Dr. Eckhard Blohm. Er begründete auch, warum man die Firma Sodexo ausgewählt habe. „Es ging nicht nur um den Preis, sondern um Qualität, Speiseplangestaltung, Warmhaltezeit und Internetbestellmöglichkeit.“ Sodexo Berlin beliefert bereits täglich mehrere Kitas und Schulen im Land mit drei Gerichten nach dem „cook & chill“-Verfahren, was heißt: Das Essen wird in Werder gekocht, auf zwei Grad abgekühlt, ausgeliefert und vor Ort erhitzt. Das hat seinen Preis: Sodexo verlangt für ein Essen 3,04 Euro (Kita), 3,13 Euro (Grundschule) und 3,16 Euro (Oberschule und Gymnasium).

Beim Zweitplatzierten, der Dussmann Service GmbH mit der Küche in Schwedt, lagen die Preise zwischen 2,35 und 2,70 Euro. Die Hotel finesse GmbH Eberswalde verlangt zwischen 1,95 und 2,75 Euro, die GVL fordert pauschal 2,29 Euro für jedes Essen.

Die Stadtverordnetenversammlung wird am 13. Juni über die Konzessionsvergabe entscheiden.

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