
| Justiz |
von Monika Strehlow
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Winzig klein und doch groß in der Wirkung versprechen sich Polizei und die Stadt Schwedt viel vom neuen Mittel gegen Diebstahl. Künstliche DNA macht es Langfingern zwar nicht unmöglich, an ihre Beute zu kommen. Doch laufen sie eher Gefahr, entdeckt und überführt zu werden. Nach den ersten Erfahrungen werden sie offenbar schon von Warnhinweisen abgeschreckt, sich am fremden Eigentum zu vergreifen. So stellte Harald Löschke am Dienstagabend an den Uckermärkischen Bühnen künstliche DNA auch nicht als Wunderwaffe, wohl aber als ein wirksames Mittel im Kontext der gesamten Prävention gegen Diebstähle vor.
Der 1. Polizeihauptkommissar, hatte zwanzig Jahre als Wachenleiter in Templin gearbeitet, bevor er im Zuge der Polizeistrukturreform mit seiner neuen Aufgabe betraut wurde. Seit dem 1. November 2011 ist er DNA-Beauftragter der Polizeidirektion Ost in der uckermärkischen Inspektion. So konnte der erfahrene Polizist den Schwedtern bereits von ersten Erfahrungen berichten. Zum Beispiel, dass die abschreckende Wirkung im Grenzbereich immens ist. Vom Klinikum in Frankfurt (Oder) verschwand kein einziges Fahrzeug mehr, seit die Substanz im November 2011 dort als erstes eingesetzt wurde.
Entwickelt in Manchester, eingesetzt in Bremen und Bremerhaven
Entwickelt wurde künstliche DNA im englischen Manchester, das gegen rekordverdächtige Diebstahls- und Einbruchszahlen kämpfte. Spezielle Kunststoff- bzw. Metallelemente mit Zahlenkombinationen in der Substanz weisen den Weg zum Eigentümer. Die Abschreckung war so groß, dass auch andere darauf zurückgriffen. In Bremen und Bremerhaven wurden so 1300 Wohnungen markiert. Bisher sei in keine einzige erneut eingebrochen worden, so Löschke. Inzwischen werden dort auch Schulen mit DNA gekennzeichnet.
Öffentliche Gebäude mit künstlicher DNA zu markieren ist auch für den Schwedter Vizebürgermeister Lutz Herrmann eine Option. „Natürlich wollen wir sie auch für unseren Fuhrpark, die Feuerwehren oder andere öffentliche Einrichtungen nutzen“, bestätigte er dem Uckermark Kurier.
Schwedt nach Frankfurt (Oder) die zweite Grenzstadt mit Unterstützung
Nach Frankfurt (Oder) ist Schwedt Brandenburgs zweite Grenzstadt, die von Regierung und Landespräventionsrat im Kampf gegen die Kriminalität direkt unterstützt wird. So erhielt die Oderstadt aus Fördermitteln 400 „Starterkits“, die sie für 20 Euro an Interessenten abgibt. Im freien Verkauf kostet das Set mit DNA-Flüssigkeit, Spateln zum Auftragen und UV-Lampe zum Sichtbarmachen der Substanz ein Vielfaches. Der Erlös soll für Warnschilder genutzt werden, die in Absprache mt den Betreibern an Garagenkomplexen, Sportstätten oder Bootsanlegern aufgestellt werden. Denn potenzielle Beute mit DNA-Substanz zu kennzeichnen, ist nur eine Seite des Projektes.
Noch wichtiger ist es, öffentlich zu zeigen, mit welchen Mitteln sich Schwedt gegen Diebe rüstet, betonte Lutz Hermann. Als DNA-Beauftragter für die Uckermark sieht Harald Löschke gute Chancen, das Mittel in der ganzen Region zu etablieren. Im Milmersdorfer Autohaus Milster & Bahls jedenfalls, wo er seine Arbeit schon vorstellte, ist er auf reges Interesse gestoßen. Auch Landwirtschafts- und Baufirmen prüfen, wie sie mit künstlicher DNA ihre Unternehmen schützen können.
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