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Sicherheitshalber kann man ja Stützstrümpfe anlegen…

Eine Stippvisite in einem englischen Pub, ein Ausflug zum Gardasee oder ein Trip nach Island - Busreisen machen das möglich, wenn man nicht mehr auf eigene Faust reisen will.
Eine Stippvisite in einem englischen Pub, ein Ausflug zum Gardasee oder ein Trip nach Island - Busreisen machen das möglich, wenn man nicht mehr auf eigene Faust reisen will.

Veronica Schulz wollte schon immer mal nach Südengland. Wann immer sie Berichte über Brighton, Hastings und Canterbury sah, meldete sich ihr Fernweh wieder. Selbst auf die Insel zu reisen, dafür fehlte der 66-Jährigen allerdings der „Mumm“. Obwohl die Rentnerin hierzulande noch fleißig mit dem Auto unterwegs ist, wollte sie sich die Strapazen einer Pkw-Tour nach Großbritannien nicht zumuten. Fliegen schied aus, weil sie extreme Flugangst hat. Der Trip mit dem Reisebus bot in diesem Frühjahr daher nun eine willkommene Alternative. Ohne Verantwortung einsteigen und entspannt am Ziel ankommen, das ist es, was die Reisenden in diesem Segment wünschen, hat Fachfrau Andrea Parpat die Erfahrung gemacht. Wer in ihrem Büro in der Dr.-Lena-Ohnesorge-Straße 2 nach einer Busreise fragt, ist meist älteren Semesters. Doch die Zahl der Kunden um Mitte 40 nimmt zu, ergänzt die Expertin. Bei denen locke vermutlich die Aussicht auf nette Gesellschaft. Beliebte Ziele sind neben Italien (meist Gardasee), Frankreich und Irland vor allem die skandinavischen Länder. Mit einem Bus von „Der Uckermärker“ reisen in diesem Jahr aber auch Urlauber nach St. Petersburg und Island. Tagesfahrten, beispielsweise zum Shoppen in die Hauptstadt oder aber zu kulturellen Veranstaltungen, gehen seit Jahren ebenfalls gut. Und wer einmal mit einem der komfortabel ausgestatteten Fünf-Sterne-Busse, die die meisten Unternehmen mittlerweile anbieten, gereist ist, der tut das häufig wieder. Denn die Strapazen, beispielsweise durch das lange Sitzen bei Fernzielen, sind in der Regel schnell vergessen, zumal die Fahrer angehalten sind, engmaschig Pausen anzubieten. Alle zwei bis drei Stunden kann man sich an einer Raststätte oder Tankstelle die Füße vertreten.
„Das reicht“, hat Veronica Schulz die Erfahrung gemacht. Sie legte vorsichtshalber noch Stützstrümpfe an und ließ sich von ihrem Hausarzt Falithrom-Spritzen verordnen, um einer Thrombose vorzubeugen.
Diese Probleme kennen junge Leute natürlich noch nicht. Sie stecken lange Fahrten auf beengtem Raum in der Regel besser weg. Bustouren erfreuen sich deshalb auch beim jüngeren Semester wachsender Beliebtheit, beispielsweise für Klassenfahrten oder Abi-Reisen.

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