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Sind die Träger zu dünn für die Last?

VonClaudia Marsal

Nicht nur der bunte Eden-Schriftzug an St. Marien sorgt derzeit für Diskussionen. Auch das „Grünkreuz“ bewegt sehr.

Prenzlau.Die Marienkirche zieht zurzeit mehr denn je alle Blicke auf sich. Die Besucher pilgern nicht nur ihrer architektonischen Schönheit wegen hierher, sondern nutzen momentan auch die Gelegenheit, sich mit der „UM-Kunst“ vertraut zu machen.
Vor und in St. Marien sind nämlich diverse Installationen zu sehen. Unter anderem ein überdimensionales Kreuz, bunt bepflanzt, das gleich neben dem Eingang ans Mauerwerk gelehnt worden ist. Doch in das Staunen über die Idee von Künstler Gerald Narr, „die ersehnte Begegnung des Glaubens aller Kulturen“ so zu symbolisieren, mischt sich auch Sorge ins Meinungsbild.
In den vergangenen Tagen wandten sich wiederholt Leser an die Heimatzeitung, die Angst haben, dass das riesige Kreuz vielleicht kippen könnte. Nicht auszudenken bei den dicken Kiefernbalken und Maßen von 9,20 Meter mal 6,20 Meter.
„Was, wenn dort jemand raufklettert und das Kreuz umkippt?“, fragte beispielsweise eine besorgte Mutter, die ihren kleinen Sohn nur in letzter Minute von dem abenteuerlichen Klettertrip hatte abbringen können.
Der Künstler selbst versteht derlei Ängste nicht. Zum einen sei das Installationsobjekt natürlich nicht zum Besteigen erbaut worden, stellte er auf Nachfrage der Zeitung klar.
Ein Warnschild am Fuß weise darauf ausdrücklich hin. Er aber zähle vor allem auf den gesunden Menschenverstand. Kinder dort hinaufzulassen wäre sträflicher Leichtsinn, obgleich selbst dann nicht zu befürchten wäre, dass das Kreuz kippt oder bricht. Es sei so massiv gebaut worden, dass es sich selbst trage, zudem sei es am Fuß mit Eisen verankert. Die beiden Stützen seien nur eine zusätzliche Sicherheit, aber ebenfalls so beschaffen, dass sie tonnenschwere Lasten tragen könnten. Statische Berechnungen seien dafür nicht nötig gewesen, versicherte Gerald Narr. Auch eine Baugenehmigung brauche man für so ein Objekt nicht, erklärte auf Nachfrage Architekt Peter-Christian Schulz, der dem Künstler zur Seite gestanden hatte.

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