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Sowjet-Granaten legen den Verkehr lahm

Kein Durchkommen. Die Sprengstelle am Stadtrand wurde weiträumig abgesperrt.
Kein Durchkommen. Die Sprengstelle am Stadtrand wurde weiträumig abgesperrt.

11.25 Uhr: Kurz hinter dem Ortsausgang Prenzlau in Richtung Röpersdorf parkt ein Streifenwagen am Straßenrand. „Zuerst dachten wir, dass da geblitzt wird“, erzählt ein Paar. Die Eheleute sind die Ersten, die neben den Polizisten anhalten. Geblitzt hat es nicht, dafür aber gedonnert. Am Montag hatte ein Radladerfahrer auf dem Gelände der Deponie am Stadtrand zwischen Bauschutt zwei sowjetische Artilleriegranaten aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. „Der Fahrer hatte viel Glück“, weiß Sprengmeister André Vogel. Die beiden Überbleibsel aus dem Krieg haben es in sich: 6,5 Kilo Sprengstoff und Treibladungen von vier Kilo pro Granate. Ordnungsamt und Polizei sichern die Zufahrt zur Deponie mit einem Sperrkreis von etwa 600Metern, um am Dienstag die Sprengung vorzunehmen.

Die Angestellten einer Baufirma, unterwegs mit zwei Transportern und zwei Sattelzügen, legen notgedrungen eine längere Pause an der Sperre ein.
Andere Fahrer rätseln, wie die Straßensperre am besten umfahren werden könnte. „Könnt ihr hier nicht für eine Minute aufmachen“, fragt einer, der nach Röpersdorf will. Keine Chance, die Beamten bleiben hart. Kurz vor 12Uhr: Sprengung. Diese habe reibungslos funktioniert. Drei Sprengkörper auf dem Körper, drei auf der Hülse jeder Granate hat André Vogel angebracht. Übrig bleiben nur ein paar Fetzen Metall.

Zum zweiten Mal seien „auf dieser Ecke“ Sprengkörper entdeckt worden, berichtet Vogel. Die Stadt werde das Gelände daher nun genauer untersuchen lassen, heißt es von den Beamten vor Ort. Einfach aufzuspüren seien Sprengkörper auf einer Deponie allerdings nicht, denn „zwischen Müll und Schutt verstecken die sich sehr gerne“, so der Sprengmeister abschließend im Gespräch mit dem Uckermark Kurier.

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