Nordkurier.de

Spezialfirma doch nicht nötig

Aufatmen in Prenzlaus „Neuer Mitte“. Die Flüssigkeit, die am Freitag aus einer Solaranlage ausgelaufen war und zu einem Großeinsatz der Rettungskräfte führte, ist weitaus weniger gefährlich als ursprünglich angenommen.
Am frühen Freitagabend waren die Freiwillige Feuerwehr Prenzlau, Polizei und Notarzt zum Marktberg geeilt, weil in einem der Keller Heizungsöl ausgetreten sein sollte, wie es im Notruf geheißen hatte, der Uckermark Kurier berichtete. Vor Ort stellte sich die Lage jedoch gänzlich anders dar: Tatsächlich war ein Überdruckventil der Solaranlage kaputt gegangen. Geschätzte 80 bis 100 Liter mit Lauge versetztes Wasser bereiteten sich in den Kellerräumen aus, wie Jan Eckardt, Kaufmännischer Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Prenzlau e.G., berichtet. Da große Unsicherheit herrschte, wie ätzend die Flüssigkeit war, evakuierten die Feuerwehrleute vorsorglich das Gebäude und sperrten das Gelände ab. Zunächst gingen die Kameraden davon aus, dass es sich um Frostschutzmittel handle, das Augen, Haut und Atemwege reize. Nur eine Spezialfirma könne das Gebäude reinigen.
Das hat sich aber nicht bestätigt. Alexander Trenn, Fachberater Gefahrgut, sagt, dass bislang nur sicher sei, dass Lauge ausgelaufen ist. Lauge schädige die Haut und die Atemwege, jedoch sei die Schädigung sehr davon abhängig, wie lange man ihr ausgesetzt war. Am Freitag hatten aber alle Beteiligten nur so kurzen Kontakt mit der Lauge, dass keine Verätzungen entstanden. Den Kameraden gelang es, die Lauge mit einem Essig-Wasser-Gemisch zu neutralisieren, sodass der Einsatz einer Spezialfirma nicht nötig wurde.

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×