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Stadt will mit Bürgerforum Straßenlärm Einhalt gebieten

Eisenbahnen, Flugzeuge oder Industriegebiete sind Lärmquellen, die stören können, in manchen Fällen eventuell gesundheitsschädlich sind. Prenzlau hingegen ist vom Straßenlärm betroffen, informiert die Pressestelle der Stadtverwaltung, die an einem Lärmaktionsplan arbeitet. Hintergrund ist die EU-Umgebungslärmrichtlinie. Diese sieht vor, europaweit Maßnahmen zu entwickeln, wie belästigende oder gesundheitsschädliche Geräusche im Freien begrenzt werden können.
Bei Hauptverkehrsstraßen mit einem Aufkommen von mehr als drei Millionen Fahrzeugen jährlich müsse in der zweiten Phase der Richtlinie bis Juli 2013 ein Lärmaktionsplan erstellt werden, erklärt der zweite Beigeordnete Dr. Andreas Heinrich. Das trifft, basierend auf einer Computersimulation,auf den Neustädter Damm, die Baustraße, die Brüssower Allee, die Schwedter Straße und Abschnitte der Stettiner und der Neubrandenburger Straße zu. Sie werden auf Grundlage der Daten vom Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) kartiert. Eine Lärmmessung wird nicht mehr stattfinden. Die erste Phase der Richtlinie mit einer Simulation von mehr als sechs Millionen Fahrzeugen wurde 2009 abgeschlossen.

Die Kosten des Aktionsplanes, in der zweiten Phase rund 15 000 Euro, muss die Stadt übernehmen. Das birgt eine gewisse Ironie in sich. Da es sich um Bundes- und Landesstraßen handelt, „ist der Handlungsspielraum für die Stadt Prenzlau begrenzt“, erklärt Andreas Heinrich. Diese ist nicht handlungsbefugt, sollte der Plan Maßnahmen ergeben, die bauliche Änderungen vorsehen. Das fällt in den Bereich des Landesbetriebs Straßenwesen, so der zweite Beigeordnete.

„Die Frage der Umsetzbarkeit heißt aber nicht, dass Vorschläge nicht aufgeschrieben werden“, sagt Heinrich. Beispielsweise per Förderung bei Gebäudesanierungen Lärmschutzfenster einzubauen sei eine Möglichkeit. So geschehen nach der ersten Phase, zum Beispiel in der Vincentstraße durch die Wohnbau GmbH, berichtet Heinrich.
Am Donnerstag um 17 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses veranstaltet die Stadtverwaltung ein öffentliches Forum. Alle interessierten Bürger sind herzlich eingeladen. Was rechtlich machbar ist und wie der Entwurf des Lärmaktionsplanes aussieht, wird erklärt. Vor allem sollen die Lösungsvorschläge betroffener Bürger Gehör finden. „Sie sind mit der Lage vor Ort am besten vertraut und können mit eigenen Bewertungen vielfach zu Lösungen beitragen“, heißt es von der Pressestelle der Stadtverwaltung.
 

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