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Stettinerin bringtden Kindern Polnisch mit

Die Stettinerin Hanna Hnat ist seit April in der Kita „Krümelburg“. Die 34-Jährige studierte Germanistin arbeitete sieben Jahre als Lehrerin. Jetzt freut sie sich auf die Arbeit mit den Kindern und die Zusammenarbeit mit den Eltern. [KT_CREDIT] Fotos (2): Monika Strehlow
Die Stettinerin Hanna Hnat ist seit April in der Kita „Krümelburg“. Die 34-Jährige studierte Germanistin arbeitete sieben Jahre als Lehrerin. Jetzt freut sie sich auf die Arbeit mit den Kindern und die Zusammenarbeit mit den Eltern. [KT_CREDIT] Fotos (2): Monika Strehlow

VonMonika Strehlow

Viel Geduld bringen Kinder und Eltern beim Umbau der „Krümelburg“ auf. Künftig haben dort 29 Mädchen und Jungen Platz, die zweisprachig betreut werden können.

Baumgarten.Aus dem einstigen Bauernhaus ist ein toller Kindergarten geworden. Das Dach neu, die Ziegelsteinfassade und die Veranda am Eingang leuchten in warmen Rottönen. So wie in vielen Häusern im Dorf vor den Toren Prenzlaus haben die Eigentümer viel Kraft und Zeit investiert, um aus dem über 100 Jahre alten Gebäude ein Schmuckstück zu zaubern. Schritt für Schritt investierte die Gemeinde Schenkenberg 204 000 Euro in den Umbau, um ihre Kita „Krümelburg“, die im Dezember 2011 aus Kleptow umziehen musste, am neuen Standort wohnlich herzurichten.
Immerhin beteiligt sich das Landwirtschaftsministerium Brandenburgs mit rund 67000 Euro. Doch die Gemeindevertreter aller Dörfer bewilligten zudem 138 000 Euro für die neue „Krümelburg“. „Das sind Mittel aus dem eigenen Steuertopf, der nicht nur von der Enertrag AG in Dauerthal und dem Getränkehandel in Kleptow gefüllt wird“, verweist Bürgermeister Hans-Ludwig Müller auf die vielen Gewerbe- und Landwirtschaftsfirmen in Schenkenberg, Wittenhof, Baumgarten, Dauerthal, Ludwigsburg und Kleptow. So konnte das Dach neu gedeckt und gedämmt werden. Das Dachgeschoss wurde für Räumlichkeiten der Hortkinder und der Mitarbeiter ausgebaut. Maurer- und Fassadenarbeiten sichern das Haus für die nächsten 100 Jahre. Im Erdgeschoss sind neue Sanitärräume installiert. Den Kleinen stehen großzügige Räumlichkeiten zum Spielen, Essen und Ausruhen zur Verfügung. Einiges bleibt noch zu tun, beispielsweise muss ein zweiter Fluchtweg aus dem Dachgeschoss angebaut werden. Auch im Garten ist schon viel geschehen: Der neue Zaun strahlt im kräftigen Grün, der Hof wurde gepflastert und ein Nebengebäude für Spielgeräte und ähnliches hergerichtet.
Spätestens bis zum neuen Schuljahr sollte der Umbau abgeschlossen sein,schaut Amtsdirektor Detlef Neumann voraus. Dann bietet die Kita Platz für 29, statt bisher 23 Mädchen und Jungen – vom Baby- bis zum Hortalter.
Nicht nur äußerlich, auch innerhalb der Kita begann ein neuer Abschnitt. Seit April leitet Heidrun Szesny die Einrichtung. Sie hatte vorher in Prenzlauer Einrichtungen gearbeitet. Jetzt freut sich die Baumgartenerin über den kurzen Weg bis zu ihrem Arbeitsplatz.
Und mit der Stettinerin Hanna Hnat begann am 1.April auch eine neue Erzieherin. Die 34-Jährige kommt wie gerufen, findet Hauptamtsleiter Olaf Dreyer. „Hier werden ja schon einige Kinder polnischer Familien, die im Amtsbereich Brüssow wohnen, betreut. Mit einer Muttersprachlerin ist das natürlich sehr viel einfacher.“ Mehr noch. Hanna Hnat wendet sich als studierte Germanistin und Lehrerin genauso liebevoll den deutschen Kindern zu. Jetzt sind die beiden Frauen dabei, mit den Eltern das Konzept einer deutsch-polnischen Kita aufzustellen und mit der Gemeinde abzustimmen. Dabei wollen sie,mitten in der Natur, den ländlichen Charakter bewahren und die Zweisprachigkeit ausbauen. „Damit hoffen wir darauf, dass sich noch mehr Eltern für uns interessieren“, sagt Heidrun Szesny.

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m.strehlow@uckermarkkurier.de

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