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Uckermärker THW-Helfer sorgen für Licht am Deich

Schlafsack, Hygieneartikel und Wechselsachen – für mehr ist kein Platz und keine Zeit. Um 17 Uhr fährt die Fachgruppe Beleuchtung des THW Uckermark in der Berliner Straße in Prenzlau vom Hof. Um 23 Uhr müssen sich die vier Männer und eine Frau bei der Einsatzleitung in Stendal (Sachsen-Anhalt) melden. Ihr Einsatz ist vorerst auf zehn Tage begrenzt. An Bord haben sie einen mit sechs Scheinwerfern bestückten Lichtmasten, der sich auf eine Höhe von acht Metern ausfahren lässt. Damit lässt sich ein Arbeitsbereich von 20 mal 100 Metern gut ausleuchten. Hinzu kommen acht Stative mit je zwei Scheinwerfern und ein Dieselaggregat. Was wird Monika Littmann, Bernhardt Köster, Christian Wolff, Martin Schöneich und ihren Gruppenführer Christian Köster vor Ort erwarten?

Ilona Köster, THW-Ortsbeauftragte für die Uckermark, erhält die Einsatzbefehle aus der übergeordneten Koordinierungsstelle in Frankfurt/Oder. „Es ist hoch anzuerkennen, dass die Arbeitgeber unserer ehrenamtlichen Helfer dem THW so aufgeschlossen gegenüber stehen“, freut sie sich. Denn selbst wenn der Arbeitgeber den Lohnausfall vom Bund erstattet bekommt, ist es eine Herausforderung, quasi von einer Stunde zur anderen auf Mitarbeiter zu verzichten. Und das über Tage hinweg. Im konkreten Fall sind es die Heizungs-Sanitärfirma René Schröder, das TFA, das Landesamt für Arbeitsschutz und das Jobcenter. Ein Bergungstrupp des THW-Ortsverbandes Uckermark ist außerdem in Bereitschaft versetzt worden. „Das heißt, sie müssen zu jeder Tages- und Nachtzeit innerhalb von drei Stunden mit der Technik zum Einsatzort ausrücken können“, erläutert Ilona Köster.

Der Beleuchtungstrupp kommt in Sandauerholz im Landkreis Stendal zum Einsatz. Er taucht – im wahrsten Sinne – dort den Deich in Flutlicht beziehungsweise leuchtet die Packstation für Sandsäcke aus. Am Tag heißt es schlafen. Quartier haben sie im Feuerwehrtechnischen Zentrum von Arneburg gefunden. Vor Ort, 250 Kilometer von Zuhause entfernt, treffen sie auf alte Bekannte. Soldaten aus der Prenzlauer Uckermark Kaserne, die in Hundert-Mann-Stärke abkommandiert sind, um den von der Flut bedrohten Menschen zur Hilfe zu eilen.

Die Freude der Betroffenen über jede Art von Hilfe ist groß, ebenso aber auch ihre Angst vor dem ungewissen Verlauf des Jahrhunderthochwassers. Wird es auch ihr Haus, ihr Geschäft, ihre Familie, Freunde treffen?

„Wir sagen uns immer wieder, dass wir da sind, um dafür zu sorgen, dass ihr Leid nicht noch größer wird. Das ist unser Ansporn“, schildert Christian Köster. Die Motivation, dieses zu schaffen, ist riesig, versichert er vom Einsatzort aus der Redaktion.

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