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Uckermärkische Kameraden stapeln Sandsäcke

Lange Schlangen ziehen sich die Deiche in Weisen hinauf. Ein Sandsack nach dem anderen passiert die Kameraden aus der Uckermark.
Lange Schlangen ziehen sich die Deiche in Weisen hinauf. Ein Sandsack nach dem anderen passiert die Kameraden aus der Uckermark.

Die Situation ist ernst: Die Fluten der Elbe drücken das Wasser immer stärker in den Unterlauf der Stepenitz, ein Fluss, der nahe dem Ort Weisen in der Prignitz gelegen ist. Die Bewohner fürchten, dass die Deiche überflutet werden, berichtet Stefan Voigt, stellvertretender Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Templin. Gemeinsam mit weiteren 86 Kameraden der Brandschutzeinheit Uckermark stemmt er sich seit Donnerstag gegen die Überflutung.

Seit Donnerstagmittag stapeln sie Sandsäcke aufeinander, einen nach den anderen. Gefüllt werden die Sandsäcke von Schülern und jungen Menschen aus der Prignitz. Danach stapeln die Schüler die Sandsäcke auf Paletten, die auf Lkws geladen werden. Die Laster transportieren die Säcke zu den Deichen. Wenn ein Lkw leer ist, dauert es meist ein paar Minuten, bis der nächste kommt.

Diese wenigen Minuten nutzen die Kameraden, um sich kurz zurückzulehnen und die Arme auszustrecken. Stefan Voigt schätzt, dass ein Sandsack zwischen fünf und zehn Kilo wiegt. „Über die Stunden hinweg werden die Säcke ganz schön schwer.“
Die Stimmung ist aber trotzdem gut, erzählt der Feuerwehrmann. Alle sind sehr motiviert – aber das Wasser ist bereits zu sehen. Der derzeitige Auftrag der uckermärkischen Kameraden lautet, den Deich auf einer Länge von einem Kilometer um 60 Zentimeter zu erhöhen, berichtet Christian Hans aus Wichmannsdorf.
Der Familienvater hörte am Mittwoch um 15.30 Uhr seinen Alarm-Funkpieper – das Innenministerium des Landes Brandenburg hatte die uckermärkische Brandschutzeinheit zur Unterstützung in der Prignitz angefordert. Die Brandschutzeinheit ist eine Truppe für Brände und größere Katastrophen, die sich aus Kameraden der freiwilligen Wehren des Landkreises zusammensetzt. Christian Hans gehörte zu jenen, die sich sofort freiwillig meldeten. Am frühen Donnerstagmorgen trafen sich die Kameraden an der Autobahnausfahrt Pfingstberg der A 11 und eilten mit 14 Mannschafts-Transportfahrzeugen in das Hochwassergebiet. Voraussichtlich werden die Kameraden für 48 Stunden im Einsatz bleiben, danach müssen sie abgelöst werden.

Die Feuerwehrleute stammen aus Oder-Welse, Lychen, Gerswalde, Templin, Gramzow, Schwedt, Boitzenburger Land, Brüssow und Angermünde, so Bernd Brandenburg, Dezernent in der Kreisverwaltung. In der Uckermark selbst bestehe derzeit keine Hochwassergefahr, betont er. Die Hydrologen sagen voraus, dass sich der Wasserstand in der Oder in den nächsten Tagen erhöhen wird. Es sei mit der Alarmstufe 1, höchstens 2 zu rechnen.

 

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