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Von Güterberg bis nach Norwegen zur Arbeit

Sonntag heißt es Sachen packen, ins Auto steigen und erst einmal nach Berlin zu fahren. Ab in den Flieger und los geht es nach Norwegen. In Bergen angekommen, sind es noch einmal ungefähr 90 Kilometer gen Süden, die Frank Borinski mit seinen Kollegen zurücklegen muss, um zur Arbeit zu gelangen. Freilich pendelt der Güterberger Betonbauer nicht jeden Tag. Zwei Wochen arbeitet der 44-jährige in Norwegen, für die Implenia Norge AS. Derzeit wird dort an der E39 an der Westküste gebaut, Brücken und Tunnel entstehen. Die anderen zwei Wochen des Monats ist Borinski zu Hause in Güterberg und genießt seine Freizeit. Auch wenn der Arbeitsweg weit ist und er zwei Wochen am Stück von seiner Familie getrennt ist, so mache ihm die Arbeit im hohen Norden Spaß. „Es ist wesentlich angenehmer als vorher und nicht so belastend. Außerdem lässt sich das Privatleben so viel besser planen“, versichert Frank Borinski. „Und für die Beziehung istes auch einfacher.“ Schließlich ist Frank Borinski verheiratet.
Durch seinen Beruf kam er zuvor in Deutschland schon viel herum, unter anderem pendelte er nach Bremen und Osnabrück. Obwohl das zunächst weniger stressig klinge als im 14-Tage-Rhythmus nach Norwegen zu reisen, sei genau das Gegenteil der Fall, erklärt Borinski. „Montags in aller Frühe bin ich losgefahren und donnerstags abends wieder zurück. Manchmal auch erst am Freitag.“ Die lange Fahrzeit und nur am Wochenende zu Hause zu sein, das sei belastender gewesen als seine jetzige Arbeit in Norwegen. Seit August vergangenen Jahres arbeitet er in Skandinavien.
Fred Renz aus Röbel, mit dem er jahrelang zusammen arbeitete, habe ihn auf die Idee gebracht, schildert der Betonbauer. „Er hat mich gefragt, ob ich Lust auf Norwegen habe“, erinnert sich Frank Borinski, wie er über seinen Kollegen zu seinem neuen Arbeitgeber kam. Norwegen selbst sei die Reise ohnehin wert, wie Borinski betont.
Abgesehen von dem glasklaren Wasser in den Fjorden und der einmaligen Landschaft seien es die Menschen, die es ihm angetan haben. „Freitag abends geht es hin und wieder in den Pub, da haben wir schon viele Einheimische kennengelernt“, erzählt der Uckermärker. Die hätten ihn und seine Kollegen gut aufgenommen. „Einer hat mich auch schon zum Bootfahren eingeladen.“ Für die Unterkunft und die Verpflegung kommt Borinskis Arbeitgeber auf. „Die Küche in Norwegen ist wirklich sehr deftig“, sagt er. Das gute Essen in Form von „Hüftgold“ sieht man ihm aber nicht an, die Arbeit als Betonbauer scheint die Kalorien gut zu verbrennen.
Auch wenn in Norwegen viele Einwohner deutsch sprechen können, so will Frank Borinski es nicht dabei belassen. „Ich bin dabei, Norwegisch zu lernen“, sagt er. Was in Borinskis Fall nicht ganz einfach ist. Dabei sei noch nicht einmal die Sprache an sich das schwierigste. Die sei zwar wirklich nicht leicht zu erlernen, aber die Kurse an der Volkshochschule, die er besucht, müsse er ja alle zwei Wochen ausfallen lassen. Gleiches gilt für die Veranstaltungen der freiwilligen Feuerwehr, der er seit elf Jahren angehört. Damit in seiner Abwesenheit das Grundstück in Güterberg auch gut bewacht wird, haben sich die Borinskis einen Hund zugelegt. Die einjährige Lea passt auf die Familie von Frank Borinski auf. „Das hat sich meine Frau so gewünscht“, scherzt er. „Nein, zum Dorfleben gehört nun mal ein Hund. Schließlich wurde unser voriger Hund ja 14 Jahre alt“, erzählt er. Diese Woche kann er seine Freizeit noch ein wenig genießen, dann geht es wieder in den Norden. Na dann, gute Reise – „god tur“!

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