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Vor jeder neuen Schau heißt es kräftig zuzupacken

Manuela Kenzler, Assistenin Grünbereich, zur Landesgarten-  schau in Prenzlau: „Es gefällt mir sehr gut, wie alles läuft.“
Manuela Kenzler, Assistenin Grünbereich, zur Landesgarten- schau in Prenzlau: „Es gefällt mir sehr gut, wie alles läuft.“

Emsige Geschäftigkeit herrscht rund um die Blumenhalle auf der LAGA in Prenzlau. Weiße Lieferwagen, voll mit Rhododendron und Hortensien, fahren vor. Gärtner springen aus den Wagen. Sie tragen schwere Blumenkübel in die Halle und hasten wieder zurück. In der Blumenhalle selbst herrscht ähnlicher Trubel.
Manuela Kenzler, Assistentin Grünbereich, läuft mit großen Schritten von einem Aussteller zum nächsten. Schüttelt Hände. Berät. Unter dem Arm ein Haufen Papiere. Die Zeit ist knapp, denn die gesamte Blumenhalle wird für die neue Ausstellung „BlütenHäupter – von Wundern des Ausdrucks“ innerhalb von 19 Stunden umgestaltet. Die Ausstellung „Gruppenspiele“, die die vergangenen drei Wochen zu sehen war, ist beendet. Ab Freitag (bis zum 20. Juni) dreht sich alles um das Zusammenspiel verschiedener Blütenformen- und farben. Das bedeutet für die Aussteller und Gärtner: abräumen, aufräumen, pflanzen, umstellen, Tafeln austauschen, arrangieren, saubermachen und gießen, erzählt Manuela Kenzler.
Aber es gibt auch ruhige Momente: In der ersten Etage sitzen Jörg und Ellen Förhoff, Bernd Völker und Herbert Heinrich bei einer Tasse Kaffee. Auf eine gewisse Art und Weise ist die LAGA für sie bereits zu Ende. Sie haben in den vergangenen drei Wochen ihre Pflanzen ausgestellt und sind gekommen, um diese abzuholen. Dass es nicht einfach ist, seine Gärtnerei auf der LAGA zu präsentieren, wissen sie. Bernd Völker erzählt, dass er bereits im November 2012 mit den Vorbereitungen angefangen habe. „Jeder Interessent muss zunächst ein Konzept erstellen.“ In dem steht, welche Pflanzen er wie präsentieren möchte. Damit bewirbt er sich bei den Organisatoren der LAGA. Bekommt er eine Zusage, folgt der schwierigste Teil: Die Pflanzen müssen gezüchtet werden. Bernd Völker erinnert sich: „Der letzte Winter war so lang und dunkel. Selbst in einem Gewächshaus war es eine Herausforderung, tolle Pflanzen zu züchten.“ Trotz der Schwierigkeiten ist er mit dem Ergebnis aber sehr zufrieden. Ebenso mit dem Zustand seiner Pflanzen nach drei Wochen LAGA. Trotzdem wird er einige seiner Ampeln und Buntnesseln entsorgen – sie seien einfach verbraucht. „Die Qualität reicht nicht mehr, um sie in einer Gärtnerei verkaufen zu können“, weiß er.
Im Erdgeschoß baut derweil Marianne Pucks ihre Dekoration auf. Die Berlinerin präsentiert auf der LAGA ihre Ikebana-Gestecke – eine japanische Kunstform, Blumen zu arrangieren. Sie erzählt, dass sie vor 40 Jahren mit Ikebana als Hobby begonnen habe. Heute besitzt sie in eine eigene Ikebana-Schule.
Profit erzielen die Aussteller auf der LAGA kaum, berichtet Ellen Förhoff, Inhaberin von Blumen Kunze. Sie bekämen zwar eine Vergütung, aber die Pflanzen zu züchten und zu präsentieren, sei sehr viel Arbeit. „Im Normalfall geht man mit plus-minus-null raus“, erzählt Ellen Förhoff. Wegen des Geldes zeige aber auch kaum jemand seine Fuchsien auf einer Ausstellung. „In erster Linie wollen wir auf die Vielfalt des Berufsstandes aufmerksam machen und unsere Gärtnereien zeigen.“ Herbert Heinrich ergänzt, er wolle darauf hinweisen, dass es auch vor Ort langlebige Familienunternehmen gebe, die ihre Pflanzen selbst züchten.
 

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