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„Wer das hier Ghetto nennt, hat noch keinen sozialen Brennpunkt gesehen“

Grün, aufgeräumt und angenehm, so haben die Prüfer der Firma QVS den Prenzlauer Igelpfuhl eingeschätzt.  FOTO: Claudia Marsal
Grün, aufgeräumt und angenehm, so haben die Prüfer der Firma QVS den Prenzlauer Igelpfuhl eingeschätzt. FOTO: Claudia Marsal

Millionen Euro sind seit der Wende in die „Platte“ am Igelpfuhl geflossen. Das Gros der Bauten ist saniert. Viel Grün bestimmt das Bild. Einkaufsmöglichkeiten, Kitas, Schulen und medizinische Angebote runden das Bild ab. Und doch ist häufig von sozialem Brennpunkt die Rede, wenn die Sprache auf den Georg-Dreke-Ring und den Robert-Schulz-Ring kommt. Ein Ort, an dem man sich nicht wohlfühlen könne… Zu Unrecht, meint René Stüpmann, der als Geschäftsführer der Wohnbau GmbH vorsteht, dem größten Vermieter in diesem Viertel. Und sein Urteil, dass der Igelpfuhl sehr wohl ein lebenswertes Quartier ist, fand er unlängst erst wieder bestätigt. Sein Unternehmen hatte nämlich die Firma QVS engagiert, die anderthalb Monate lang mit ihren Mitarbeitern die Verkehrssicherheit in diesem Bereich auf den Prüfstand stellte. Die Experten aus Hannover äußerten sich schon während der Untersuchungsphase sehr positiv. Fachmann Marko Sokolowsky erklärte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass man hier einen sehr angenehmen Eindruck gewonnen habe, was das Wohnumfeld und die Mieterschaft anbelangt. Das sei überhaupt nicht mit Hochhaus-Vierteln in westlichen Großstädten zu vergleichen, die häufig abgestempelt würden. Wer das hier Ghetto nenne, habe noch keinen sozialen Brennpunkt gesehen, manifestierte Sokolowsky nachdrücklich. Es sei unbenommen anzuerkennen, wie viel Anstrengungen hier die Vermieter und die Stadt unternähmen, um das Gebiet so lebenswert wie möglich zu gestalten. „Das ist gelungen. Wir haben uns sehr wohlgefühlt. Und die Mieter dort tun das augenscheinlich auch“, sagte der Experte, der deutschlandweit Prüfungen absolviert, abschließend.

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