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Zum Glück gemeinsam das Herz an das Werbelower Gutshaus verloren

Beispielhaft saniert: das 1755 erbaute Gutshaus Werbelow.
Beispielhaft saniert: das 1755 erbaute Gutshaus Werbelow.

Den Brandenburgischen Denkmalpreis haben sie schon im September 2012 in der Katharinenkirche in Brandenburg/Havel entgegengenommen, nun folgt morgen in Prenzlau die feierliche Übergabe der blau-weißen Denkmalplakette durch Vize-Landrätin Karina Dörk: Mareike Wertz und Mark Uhlhorn können stolz auf das sein, was sie in Werbelow mit viel Kraft und Durchhaltevermögen erreicht haben. Nämlich das im 18. Jahrhundert errichtete Gutshaus vor dem Zerfall gerettet.
1993 war Julius Uhlhorn mit seinem Schulfreund Klaus Heinrich Lienau nach Werbelow gekommen und hatte begonnen, auf dem ehemaligen VE-Gut zu wirtschaften. 2002 kam sein Sohn Mark in die Uckermark, der gebürtige Diepholzer und studierte Agrarwissenschaftler leitet heute die Gut Werbelow GbR. Seitdem wohnten Mareike Wertz und Mark Uhlhorn unter sehr provisorischen Bedingungen im Anbau des 1755 erbauten, nach der Wende aber doch sehr heruntergekommenen und leerstehenden Gutshauses. Eigentlich wollte das junge Paar in Werbelow neu bauen, doch das 45x20 Meter große Barockhaus ließ sie nicht los.

In einem zweiten Anlauf klappte es 2008 mit der Förderung. Landes- und Lottomittel sowie Fördermittel aus der kreislichen Denkmalpflege flossen in dieses gewaltige Projekt, das in der Folge auch vielen uckermärkischen Firmen Arbeit und Aufträge bescherte. Im Frühjahr 2010 wurde entkernt, der Putz abgenommen, das Mauerwerk trocken gelegt. Als man die Holzbalken mühsam freilegte – die Dachkonstruktion ähnelt der einer Kirche – kam der nächste große Schreck: Schwammbefall. 90 Prozent aller Balkenköpfe mussten ausgetauscht werden.

Im Sommer 2010 starteten die Bauarbeiten, die am Ende in eine Komplettsanierung ausarteten. Eigentlich blieben nur die Außenwände und ein Teil des Dachstuhls stehen. Zwei Jahre später erstrahlt das Barockhaus in altem Glanz und das Paar konnte endlich ins Erdgeschoss einziehen, das Dachgeschoss wurde nicht ausgebaut. „Eine Aufgabe für nächste Generationen“, wie Mark Uhlhorn sagte.
Trotz des gewaltigen Aufwandes sind die Bauherren froh, nicht auf die „grüne Wiese“ ausgewichen zu sein, sondern sich für das Gutshaus entschieden zu haben. Denn der – komplett unter Denkmalschutz stehende –Gutshof ist ja gleichzeitig Arbeitsstätte der Landwirte, das Herrenhaus der zentrale Punkt der ganzen Anlage.

Auch nach Abschluss der Gutshaus-Sanierung wartet auf das junge Paar noch viel Arbeit neben der eigentlichen Arbeit. Die 1908 errichteten Wirtschaftsgebäude wollen zum Beispiel saniert und genutzt werden.

 

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