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Aktionsplan: Mit guten Ideen gegen den Lärm in der Stadt

Wer am Templiner Markt, in Schinkel- oder Werderstraße oder selbst in der neu gebauten Prenzlauer Allee wohnt, sollte wissen, was Lärm ist. Nicht nur Veranstaltungen im Zentrum der Stadt, sondern vor allem der Verkehr über Altstadtpflaster und die mehrfach notgeflickte Landesstraße sorgen für eine beständige Geräuschkulisse ab den frühen Morgenstunden.
Dennoch lehnten es die Templiner Stadtverordneten nach längerer Diskussion ab, einen Lärmaktionsplan für die Bereiche um die Hauptverkehrsstraßen zu erarbeiten. Den schreibt eine EU-Umgebungslärmrichtlinie vor, der Uckermark Kurier berichtete. Das Land Brandenburg hatte die Hausaufgabe an die Kommunen delegiert, samt Kosten. Eine Frist war dafür gesetzt bis Juli dieses Jahres.
Anders als in Templin ging man in der Nachbarstadt Prenzlau prompt an die Erledigung. Basierend auf Computersimulationen zum Verkehrslärm in den Hauptstraßen – neue Lärmmessungen sollen nicht durchgeführt werden – will die Stadt jetzt nach Möglichkeiten suchen, Straßenlärm einzudämmen. Für bauliche Maßnahmen haben zwar auch die Prenzlauer keinen Handlungsspielraum, schließlich ist auch die Kreisstadt nicht Baulastträger der Durchfahrtsstraßen. „Die Frage der Umsetzbarkeit heißt aber nicht, dass Vorschläge nicht aufgeschrieben werden“, sagte Andreas Heinrich, zweiter Beigeordneter. So sei eine gezielte Förderung bei Gebäudesanierungen, beim Einbau von Lärmschutzfenstern denkbar. Die Stadt Prenzlau setzt zudem auf Ideen und Vorschläge der Bürger. So veranstaltet sie am Donnerstag ein öffentliches Forum, bei dem interessierte Prenzlauer sich über den Entwurf des Lärmaktionsplanes informieren, Vorschläge unterbreiten und betroffene Bürger Gehör finden können.
In Templin wollten die Stadtverordneten auf den Kostenaufwand eines gutachterlich begründeten Aktionsplanes von rund 15000 Euro verzichten. Tenor: Man müsse kein Geld für Dinge ausgeben, die man auch ohnedem wisse. „Ein solcher Plan würde aber gerade der Kurstadt gut zu Gesicht stehen“, bemerkt die Fachbereichsleiterin in der Templiner Stadtverwaltung, Thekla Seifert. Zumal möglicherweise davon künftig die Gewährung von Fördermitteln abhängen könnte. Auch im Land habe man sich ratlos gezeigt, ob es angesichts der EU-Verordnung überhaupt rechtens sei, die Erarbeitung eines solchen Planes abzulehnen. Die Verwaltung könne den gleichen Beschluss so kurz hintereinander jedoch nicht ein zweites Mal als Beschlussvorlage einbringen. „Der Anstoß müsste schon von anderer Seite kommen“, so die Fachbereichsleiterin.
 

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