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Auch Zugezogene sind im Dorf willkommen

VonSigrid Werner

Storkow möchte eine Heimat für alle sein und tritt den Beweis mit einem Kinderfest an. Vereine, Feuerwehr, Ortsbeirat… –
alle machen mit.

Storkow.In Storkow geht die Sonne auf, und das im doppelten Sinne. Als sich der Templiner Ortsteil anschickte, mit einem Kinderfest den Beweis anzutreten, dass „Storkow eine Heimat für alle“ ist, da vertrieb die Sonne glatt die Regenwolken. Und viele Kinder bekräftigten den Wunsch, dass auch über ihnen immer die Sonne scheine, mit einem Händeabdruck auf einem bunten Plakat.
Herkunft und Hautfarbe spielten bei diesem symbolischen Handabdruck selbstverständlich keine Rolle, wollten die Storkower doch öffentlich bekennen: Bei uns ist jeder gern gesehen. Wir grenzen niemanden aus.
Und so feierten an diesem Tag auch die Storkowerin Sophamat Thamsankong, die junge Asiatin, und ihre Tochter mit, die sich vor einigen Wochen noch durch eine ausländerfeindliche Wandschmiererei mächtig bedroht gefühlt haben mussten. Was da drei Jugendliche aus dem eigenen und dem Nachbarort offensichtlich im Sinne hatten, das sei nicht die Meinung der Storkower, versicherte Ortsvorsteher Dietmar Unger am Rande des Festes.Die Staatsanwaltschaftsoll noch ermitteln. Weitere Vorfälle habe es nicht gegeben, zeigte sich Unger erleichtert. „Wir haben damals als Dorf sehr schnell und couragiert Flagge gezeigt, dass wir rechtsradikale Aktivitäten nicht dulden.“ In Storkow lebten seit vielen Jahren Menschen verschiedener Herkunft und seien voll integriert. Unger freut sich, wenn er sieht, wie viele Eltern in dieser Hinsicht Verantwortung wahrnehmen. Wenn man sich von Angst beherrschen lasse, werde man erst recht zum Zielort und Opfer, ist Unger überzeugt. Die Storkower wollen sich von solchen Tätern nicht beherrschen lassen.
Ganz viele Einwohner packten bei der Vorbereitung des Kinderfestes mit an. Ob nun Sportverein, Karnevalsverein, Feuerwehr, Kirche, die Bäckerfamilie und andere Unternehmen im Ort – alle trugen, unterstützt vom Jugendhaus „Villa“, zum Gelingen bei. „Das Miteinander im Dorf hat bei uns einen großen Stellenwert, auch mit Menschen anderer Hautfarbe, mehr noch als in einer Stadt“, bestätigten Andrea Ratajczak und Tina Wodtke, die sich auch sonst im Dorf engagieren. Andrea Ratajczak fühlt sich nicht zuletzt dadurch auch als Zugezogene im Ort sehr wohl.

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s.werner@uckermarkkurier.de

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