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Begegnungen im Paradies

Matthias Schilling (Zweiter von rechts) stellte den Ausstellungsbesuchern die Künstler Denis Holtkamp, Marja Vleugel, Christian Breßler und Peter H. Toxopeus (von links) vor.
Matthias Schilling (Zweiter von rechts) stellte den Ausstellungsbesuchern die Künstler Denis Holtkamp, Marja Vleugel, Christian Breßler und Peter H. Toxopeus (von links) vor.

Seitdem die Lehrerin Betti Fischer ihren Ruhestand genießt, widmet sie sich ihrem Hobby: der Malerei. Sie arbeitet „viel grafisch“ wie sie sagt, malt gern Aquarelle. Eine Reise ins Grafik-Atelier von Marja Vleugel im niederländischen Alkmaar im vergangenen Jahr weckte jedoch auch ihr Interesse an Lithografien und Siebdrucken. Die Zehdenickerin war am Sonnabend nicht die einzige, die bei der Vernissage der neuen Ausstellung des Templiner Kunstvereins in der Galerie im Neuen Rathaus von dem Arbeitstreffen in Alkmaar schwärmt. Die Partnerschaft zwischen niederländischen und deutschen Amateur- und Berufskünstlern, die seit 1999 wuchs, hatten schon einige der Ausstellungsbesucher erlebt. Für sie war der Nachmittag mehr als nur eine Ausstellungseröffnung – es war ein Wiedersehen.

Die Niederländer Denis Holtkamp, Marja Vleugel und Peter H. Toxopeus sowie den Angermünder Künstler Christian Breßler konnte Matthias Schilling vom Templiner Kunstverein dem Publikum vorstellen. Beispiele aus ihrem künstlerischen Schaffen sind die nächsten Wochen in der neuen Ausstellung des Vereins in der Rathaus-Galerie zu sehen. Sie trägt den Titel „Holland trifft Uckermark“. Typisch deutsch, gestand Christian Breßler, der die Idee zu diesem Titel hatte. Er eröffnete den Besuchern, dass man in den Niederlande die Deutschen daran erkennt, dass sie die einzigen sind, die von Holland sprechen. Der Angermünder Künstler brachte den Besuchern aber auch seine niederländischen Kollegen nahe: Peter H. Toxopeus, der mit seiner Fotografie Wert auf Bildkomposition und Strukturen legt, Denis Holtkamp, die sich mit Malerei beschäftigt, und Marja Vleugel, die vor allem druckgrafisch und hauptsächlich in schwarz-weiß „mit vielen Graustufen“ arbeitet und im besagten Grafik-Atelier von Alkmaar in einem „Paradies für Künstler“ lebt. Er selbst interessiert sich für viele Bereiche der Kunst, die Arbeit mit Glas habe ihn in den vergangenen Jahren aber am stärksten beschäftigt.

Matthias Schilling erinnerte an den Beginn dieser Partnerschaft, die in das Jahr 1999 zurückreicht. Beim damaligen Pleinair „Feuchte Arbeiten“ im Ermelerspeicher von Schwedt lernten die Templiner Maler die Künstlerinnen Cora Vries und Tineke Hoogendam kennen. Seit 2000 folgten eine Vielzahl gemeinsamer Projekte, bei denen immer mehr Künstler aus den Niederlande und der Uckermark in Kontakt miteinander kamen. Höhepunkte seien schließlich Arbeitsaufenthalte von Mitgliedern des Kunstvereins am Grafischen Atelier von Alkmaar in den Jahren 2010 und 2012 gewesen. Für Matthias Schilling stellt die Entwicklung mehr als eine Partnerschaft dar. „Einerseits wird heute über das Zusammenwachsen von Europa unentwegt gesprochen. Andererseits werden Nationalismen und Vorurteile aller Art bemüht, um die Ursachen der sogenannten Bankenkrise und die Folgen eines ungezügelten Neoliberalismus zu vernebeln. Erfolgsgeschichten, wie ,Holland trifft Uckermark’ sind weit mehr als ein Treffen. Sie sind Beleg dafür, dass sich Menschen in Europa auf einen gemeinsamen Weg machen, dass alle wesentlichen Veränderungen im Leben der Völker von unten beginnen, und dass wir das Glück hatten, aktiv dabei zu sein“, meinte er.

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