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„Belastung in der Bodenluft hat rapide abgenommen“

Mit dieser Anlage werden die Gifte im Boden auf dem Gelände der einstige Heilstätten Hohenlychen (im Hintergrund) beseitigt.
Mit dieser Anlage werden die Gifte im Boden auf dem Gelände der einstige Heilstätten Hohenlychen (im Hintergrund) beseitigt.

Leise brummt es in den blauen Containern neben dem Heilstättengelände zwischen Helenenkapelle und Zenssee. Seit Dezember 2011 läuft dort eine Anlage, die Schadstoffe aus der Bodenluft und dem Grundwasser filtern soll. Die Redaktion hat beim Grundstückseigentümer, der Brandenburgischen Bodengesellschaft (BBG) nachgefragt, wie der Stand rund 16Monate nach Sanierungsbeginn ist. BBG-Geschäftsführerin Andrea Magdeburg teilte daraufhin mit, dass „die Belastungen in der Bodenluft inzwischen schon rapide abgenommen“ haben. In diesem Monat werde eine nochmalige Beprobung der Bodenluft vorgenommen. Wenn die Sanierungszielwerte erreicht werden, könnten die 14 im oberen Bereich befindlichen Bodenluftpegel außer Betrieb genommen werden.
Die im Bereich von 15 bis 18 Meter Tiefe arbeitenden Bodenluftpegel sollen weiterhin betrieben werden. Die Schadstoffbelastungen im Grundwasser sind nach Aussage der BBG im sogenannten Anstrom ebenfalls schon deutlich reduziert. Im Abfluss Richtung Zenssee seien die Belastungen jedoch noch relativ hoch, die Sanierungszielwerte sind noch nicht erreicht. Die Grundwassersanierung in den tiefer liegenden Schichten (18 bis 21Meter) wird nach Einschätzung der BBG noch geraume Zeit andauern. Auf dem Gelände war bis 1993 durch die Westgruppen der sowjetischen Streitkräfte unter anderem eine chemische Reinigung betrieben worden. Dort eingesetzte chlorierte Lösungsmittel (LCKW) sind in den Untergrund gelangt. Eine Sanierungsuntersuchung ergab 2007 Belastungen im Grundwasser in 20 Metern Tiefe und in der darüber befindlichen Bodenluft.
Die Brandenburgische Bodengesellschaft (BBG) als Grundstückseigentümer gab die Sanierung in Auftrag. Finanziert wird das rund 1,3 Millionen Euro teure Vorhaben zu 80 Prozent mit EU-Mitteln aus dem Programm für regionale Entwicklung, vom Land Brandenburg und der Stadt Lychen. Ziel der Sanierung ist eine Beseitigung der Kontaminierungen im Grundwasser und der Bodenluft, sodass für die geplanten Nachnutzungen keinerlei Einschränkungen mehr bestehen.
2011 wurde die Anlage von der sachsen-anhaltinischen Umweltfirma Analytech in Betrieb genommen. Diese besteht aus 24 Bodenluftpegeln, davon 14 im oberen Bodenbereich von sechs bis acht Metern Tiefe und zehn Pegel in 15 bis 18 Metern Tiefe. Weiterhin wird aus sechs Sanierungsbrunnen Grundwasser aus 21 Metern Tiefe abgepumpt.
Die belastete Bodenluft und das Grundwasser werden durch unterirdisch verlegte Leitungen in einer auf die Standortbedingungen zugeschnittenen Sanierungsanlage gereinigt. Das gereinigte Grundwasser wird dann wieder versickert. Bis die giftigen Spuren der Vergangenheit endgültig verschwunden sind, werden die blauen Container also noch eine Weile weiter brummen.

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