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Bis 2030 sind noch viele Hausaufgaben zu machen

Wie sonnig ist der Blick in die Zukunft für den Lychen-Tourismus?
Wie sonnig ist der Blick in die Zukunft für den Lychen-Tourismus?

Lychens wunderbare Lage an Seen und Wäldern ist (relativ) bekannt und wohl unbestritten. Außerdem hat die Stadt eine lange Tradition als Urlaubsort mit professionellen sogenannten Leistungsträgern und verfügt – vor allem in den Sommermonaten – über ein attraktives Angebot für Erholungsuchende.
Diese Stärken benennt auch die vom Institut dwif erarbeitete Tourismuskonzeption, die am Montagabend von den Stadtverordneten einstimmig angenommen wurde. Der staatlich anerkannte Erholungsort verfügt damit über einen Wegweiser, der die touristische Entwicklung der kommenden Jahre vorgibt. Nachholbedarf gibt es danach bei zertifizierten Qualitätsangeboten, zu viele Angebote sind auf die Hochsaison konzentriert, die Innenstadt ist wenig attraktiv.

Die Fachleute sind bei der Erarbeitung des Konzepts zum Ergebnis gekommen, dass Strukturen und Kommunikation vor Ort verbesserungswürdig sind und die finanzielle Ausstattung für ein effektives touristisches Marketing nicht ausreicht. Langfristig, so blickt Maike Berndt vom dwif voraus, steht nichts Geringeres als das Ziel, Lychen zum Wassertourismusort Nummer Eins in der Uckermark zu entwickeln. Mit allem, was dazu gehört. Da Lychen noch mindestens bis 2017 mit defizitärem Haushalt und Haushaltssicherungskonzept wirtschaften wird, fordern die Fachleute die Ausnutzung aller Finanzierungsmöglichkeiten. Für Lychen heißt das, ernsthaft über die Erhöhung der Kurtaxe und die Einführung einer Fremdenverkehrsabgabenachzudenken, regt dwif-Geschäftsführer Mathias Feige an.

Zudem sollten im Tourismusverein und in der Stadtverwaltung mindestens anderthalb zusätzliche Stellen mit klarer Aufgabenverteilung geschaffen werden. Eine enge Zusammenarbeit mit Templin, Boitzenburg und Gerswalde bietet die Möglichkeit, Budgets zu bündeln und gemeinsam erfolgreich im Außenmarketing und bei der Akquise von Fördermitteln aufzutreten.

Als Sofortmaßnahme gegen die bemängelte Situation im Lychener Ortszentrum schlägt das Konzept einen Ideenwettbewerb vor. Unter Einbeziehung von Künstlern können so Gestaltungsideen gesucht und gefunden werden. Für die beiden markanten Gebäude Mühle und Ratseck sollte eine touristische Nutzung angestrebt werden.
Auch die Errichtung eines Stadthafens wird in der Studie als notwendiger und logischer Schritt in Richtung Wassertourismusstadt unterstützt.
 

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