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Bloß schnell raus hier...

Peter Görner unterstützt Matthias Frank beim Aussteigen.
Peter Görner unterstützt Matthias Frank beim Aussteigen.

Schweiß rinnt Matthias Frank über das Gesicht. Er ist puterrot. Kein Wunder, denn er hängt kopfüber in einem Auto – nur der Sicherheitsgurt hält ihn noch. Der 28-jährige Feuerwehrmann war so mutig und stieg in einen Rettungssimulator vom Driving Center Groß Dölln. „Wir wollen zeigen, wie sich ein Insasse bei einem Unfall richtig verhält, denn wer sich in dieser Situation einfach abschnallt, kann sich schwer verletzten“, erläutert Trainer Peter Görner. Der 51-Jährige weiß, wovon er spricht. Er war bereits einmal in der Situation, einen Autofahrer auf der A11 aus seiner misslichen Lage zu befreien. „Die Fahrzeugzelle war stark demoliert, aber er war bei Bewusstsein und nach der Rettung sehr dankbar für die schnelle Hilfe…“

Matthias Frank denkt – während er noch immer kopfüber im Auto sitzt und den Ausführungen des Trainers verfolgt – an seinen eigenen Unfall vor zehn Jahren zurück. Damals war er mit zwei Mitfahrern in einem Unfall verwickelt und musste sich aus dem Fahrzeug, das auf dem Dach lag, befreien. „Es ging damals alles gut. Und wir waren angeschnallt!“, so der Templiner. Instinktiv hatte er alles richtig gemacht, denn mit Hilfe von Körperspannung kann sich der Insasse, erläutert Peter Görner, selbst und ohne eine mögliche Verletzung an der Halswirbelsäule oder Brüche befreien.

„Es ist ein komisches Gefühl und es kostet viel Kraft, die Körperspannung aufrecht zu halten“, beschreibt der junge Mann seinen freiwilligen Test am Sonnabend am Rande des Festes zum 130. Bestehen der Templiner Feuerwehr. „Gut gemacht“, lobt auch der Trainer und gibt den Zuschauern noch einige Tipps, wie sie auch einen Beifahrer, der das Bewusstsein verloren hat, retten können. „Klettern Sie unter ihn hindurch und stützen sie ihn. Wie eine Brücke. Erst dann bitte den Gurt öffnen und den Bewusstlosen vorsichtig befreien…“
 

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