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„Das läuft hier wie in einer kleinen Familie“

Viele Menschen, die in der Tagespflege „Richard Kirstein“ betreut werden, singen gern. Auch beim „Ehemaligentreffen“ wurden mehrere Lieder angestimmt.
Viele Menschen, die in der Tagespflege „Richard Kirstein“ betreut werden, singen gern. Auch beim „Ehemaligentreffen“ wurden mehrere Lieder angestimmt.

„Frau Müller, wie heißt das Lied, das Sie so gern singen?“, mit einem Textbuch in der Hand steht Heike Rechenbach, Mitarbeiterin in der Tagespflege „Richard Kirstein“ in Templin, neben einer alten Dame. Sie muss nicht lange überlegen: „Wenn alle Brünnlein fließen.“ Die richtige Seite im Liedbuch ist schnell gefunden. Heike Rechenbach stimmt an und etliche der Senioren, die an der Kaffeetafel Platz genommen haben, singen mit. An diesem Nachmittag ist „Ehemaligentreffen“ in der Tagespflege. „Wir haben Gäste eingeladen, die schon einmal von uns betreut wurden“, erzählt Leiterin Cindy Kügler. „Die Idee dazu entstand, nachdem wir von unseren gegenwärtigen Tagesgästen gefragt wurden, wie es dem einen oder anderen geht.“ Die Kapazität der Tagespflege „Richard Kirstein“, ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der LAFIM.MOBIL gGmbH, liegt bei zwölf Plätzen. „Wir betreuen Menschen, die zu Hause von Angehörigen gepflegt werden. Ein Angebot, das sie entlasten soll und das den Pflegebedürftigen gleichzeitig die Chance bietet, so lange wie möglich zu Hause leben zu können“, so Cindy Kügler. Der Bedarf an Tagespflege sei groß. „Wir erhalten viele Nachfragen. Die Menschen, die bei uns betreut werden, kommen aus Templin und dem Umland der Stadt.“ Individuell abgestimmt auf den jeweiligen Pflegebedarf und nach Absprache mit den Angehörigen sowie Pflegediensten und Physiotherapeuten werden die Tagesgäste, die morgens mit dem Fahrdienst gebracht und am späten Nachmittag wieder nach Hause gefahren werden, von den insgesamt sechs Mitarbeitern betreut, lässt die Leiterin der Tagespflege wissen. Darüber hinaus werden verschiedene Beschäftigungsangebote unterbreitet, angefangen beim Gedächtnistraining über Gymnastik, Spaziergänge, Basteln bis hin zu gemeinsamen Ausflügen. „Und nicht zu vergessen sind die hauswirtschaftlichen Tätigkeiten. Da wird beispielsweise zusammen Kuchen gebacken. Außerdem kommen an jedem dritten Freitag zwei Vertreter des Templiner Hundesportvereins mit Hunden zu uns. Bei all dem achten wir darauf, dass jeder Tagesgast auch Rückzugsmöglichkeiten hat und auf ein familiäres Miteinander“, sagt Cindy Kügler.
Inzwischen neigt sich das Ehemaligentreffen seinem Ende. Heike Rechenbach lobt die eifrigen Sänger. Heinz Matzdorf, dessen Frau eine Zeit lang in der Tagespflege betreut wurde, sucht das Gespräch mit Cindy Kügler: „Meine Frau hat gerade gesagt, das war ein sehr schöner Nachmittag.“

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