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Dem Eisvogel „Hallo“ gesagt

Nicht nur Paddler und Wanderer, sondern auch Biber fühlen sich entlang des Küstriner Baches wohl, wie die Wanderer entdeckten.
Nicht nur Paddler und Wanderer, sondern auch Biber fühlen sich entlang des Küstriner Baches wohl, wie die Wanderer entdeckten.

„Treibholz“-Chef Marcus Thum hatte nicht zu viel versprochen. Wer dem wechselhaften Aprilwetter am Sonnabend trotzte und dem Ruf des Lychener Touristikers und des Naturpark-Fördervereins zum traditionellen Anpaddeln, diesmal auch Anwandern, folgte, erlebte einen kurzweiligen wie lehrreichen Ausflug entlang des Küstriner Baches zwischen Großem Küstrin- und Oberpfuhlsee. Besichtigungsgarantien inbegriffen. Eisvogel, Kranich und Milane zeigten sich. Biber und Naturwachthelfer Hellmuth Schulz hatten imposante Bauwerke hinterlassen.
Naturparkleiter Roland Resch und Hilmar Alexandrin als Wanderführer versorgten die Teilnehmer mit Wissenswertem über Flora und Fauna, die zum Teil unterschiedlichen Interessen von Stadtforst, Naturschutz und Tourismus humorvoll auf die Schippe nehmend.
Marcus Thum und seine Mitstreiter überbrückten Transportlücken mit Floß und Bus und sorgten für Heißes im Bauch zwischen kalten Regenschauern sowie den musikalischen Vorgeschmack mit Alphorn und Muschel auf die kommende Musikfloßsaison – mit eindrucksvollem Echo. „Ich habe früher immer sehnsuchtsvoll vom Neubau über den Oberpfuhl geschaut, was dahinter wohl sein mag“, sagte die heutige Rutenbergerin Rosemarie Langlott. Jetzt wisse sie es. „Als alte Lychenerin habe ich endlich mal was gesehen, was ich noch gar nicht kannte“, gestand auch Rita Günther. Für den Thomsdorfer Hans-Jürgen Döhring war die geführte Wanderung am Küstriner Bach eine Reise wert – eine Bildungsreise eben. Als Zeltplatzchef empfehle er zwar die Kanutouren, kenne aber längst nicht alle Örtlichkeiten und Schwierigkeiten, die Paddler unterwegs zu überwinden haben. Roland Resch verwies unterwegs immer wieder auf die Maßnahmen des Naturpark-Fördervereins zur Herstellung der aquatischen Durchlässigkeit des Baches, die auch Paddlern zugute kämen. Wenn auch der Kanu-Tourismus im Sinne des Artenschutzes auf jene Zeiten begrenzt bleiben soll, in denen der Wasserstand mindestens 30 Zentimeter erreicht. Nicht nur Moorfrosch – der in der nahenden Balz wieder blau leuchte – gelbes Knabenkraut, oder kleine Bachmuschel sollen so besser geschützt werden, sondern auch Wasserwanderer – vor unliebsamen Zwangshalten.

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s.werner@uckermarkkurier.de

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